Faszination seit 1900
Seit nunmehr 124 Jahren kümmert sich der Rumelner Turnverein um die Jugend und den Sport in diesem wunderschönen Stadtteil Duisburgs.

Vielfalt verbindet im Rumelner TV
Mehr als 2.800 Mitglieder machen ihn zu einem der größten Vereine im Duisburger Westen.
Mit viel Einsatz und Leidenschaft haben die Mitglieder über Jahrzehnte die Platzanlage am Waldborn in einen hervorragenden Zustand gebracht.
Neben der traditionsreichen Turnabteilung, die seit der Gründung des Vereins im Jahr 1900 besteht, präsentiert sich der RTV als facettenreicher Verein mit vielfältigen Abteilungen.
Wir bieten ein breites Spektrum an Sportarten an, darunter Basketball, Boxen, Dart, Fußball, Handball, Handicap Sport, Kampfkunst, Leichtathletik, Schwimmen, Turnen und Volleyball, die alle gleichermaßen Teil des erfolgreichen Vereinslebens sind.
Unsere Leitlinien seit 1900
Seit 1900 sind die Leitlinien des Rumelner TV grundlegend für seine Identität. Als integraler Bestandteil der Gemeinschaft setzt sich der Verein für soziale Verantwortung ein und fördert Toleranz sowie Respekt. Diese Werte prägen unsere Aktivitäten und machen uns zu einem authentischen Stadtteilverein.
Der Rumelner TV in seiner Gesamtheit aus Mitgliedern, Angestellten, Fans und Ehrenamtlichen ist Teil der ihn umgebenden Gesellschaft und somit auch mittelbar und unmittelbar von gesellschaftlichen Veränderungen in kulturellen und sozialen Bereichen betroffen.
Der Rumelner TV stellt sich dieser gesellschaftlichen Verantwortung und tritt über den sportlichen Bereich hinaus für die Interessen seiner Mitglieder, Angestellten, Fans und Ehrenamtlichen ein.
Der Rumelner TV ist ein Stadtteilverein. Hieraus zieht er seine Identifikation und hat eine soziale und politische Verantwortung gegenüber dem Stadtteil und den hier lebenden Menschen.
Der Rumelner TV vermittelt ein Lebensgefühl und ist Sinnbild des authentischen Sports. Dies ermöglicht eine Identifikation mit dem Verein unabhängig von etwaigem sportlichen Erfolg. Wesentliche Merkmale für diese Identifikationsmöglichkeit sind dabei besonders zu fördern und zu schützen.
Toleranz und Respekt im gegenseitigen Miteinander sind wichtige Eckpfeiler des Rumelner TV.
Jeder Einzelne und jede Gruppe sollte sein/ihr gegenwärtiges und künftiges Handeln ständig selbstkritisch prüfen und sich seiner/ihrer Verantwortung für andere bewusst sein. Die Vorbildfunktion gerade für Kinder und Jugendliche darf nicht in den Hintergrund geraten.
Der Rumelner TV wird weiterhin ein guter Gastgeber sein. Er gesteht seinen Gästen weitgehende Rechte zu, erwartet aber auch, dass dies entsprechend gewürdigt wird.
Die Chronik des Rumelner TV
100 Jahre Rumelner Turnverein “Gut Heil” 1900 e.V. (von Ferdi Seidelt)
Die Ideen des Turnvaters Jahn vom Beginn des 19. Jahrhunderts waren von Berlin aus bis in unsere Heimat gedrungen. Schon 1850 wurde der Moerser Turnverein gegründet. 1895 erfolgte der Zusammenschluss turnfreudiger junger Männer in Oestrum. Mitglieder dieses Vereins waren dann auch maßgeblich daran beteiligt, als sich im August 1900 über 30 junge Männer aus Rumeln in der Gastwirtschaft “Zur Linde” bei Hegger/Düngen zusammenfanden, um einen Turnverein zu gründen.
Dieser Vorsatz war damals in dem Bauerndorf Rumeln mit etwa 880 Einwohnern eine Herausforderung an die stockkonservative Einstellung der maßgeblichen Kreise. Mit Misstrauen und Unverstand betrachtete man das Tun der jungen Leute, die sich nach arbeitsreichem Tagewerk noch auf dem Turnboden trafen, um sich körperlich zu stählen. Da musste doch wohl etwas anderes dahinterstecken!
In die Annalen als Gründer gingen ein: Heinrich Bringsken, Hermann Bringsken, Gerhard Bringsken, Hans Erkens (er war der allererste RTV-Vorsitzende, ihm im Amt folgte später Baltasar Gohres), Peter Hörnemann, Johann Neuhoff, Tillmann Paschmann, Wilhelm Ramacher, Gerhard Schüren und Heinrich Schüren.
Trotz aller anfänglichen Schwierigkeiten setzten die Turner unbeirrt ihren Weg fort. Die Zahl der Mitglieder wuchs, Turngeräte wurden angeschafft und regelmäßige Übungsstunden im Hegger’schen Saal (heute Browarzyk) abgehalten.
1904 erhielt der junge Verein seine erste Fahne. Das war naturgemäß ein großes Ereignis, das mit einem Festzug und Festabend gefeiert wurde. Turnen, Ballspiele (Schleuder-, Schlag- und Faustball) und Wandern waren die Gebiete der sportlichen Betätigung.
So rundet sich das Bild ab, das wir vom Rumelner Turnverein im “Goldenen Zeitalter des deutschen Kaiserreiches” gewinnen. Ein Verein mit frischem Wagemut, in dem der Geist echter Kameradschaft lebendig war. Unter diesen Verhältnissen nimmt es nicht Wunder, dass das Ansehen des Vereins ständig zunahm, und die Zahl der Mitglieder stetig wuchs. Die Jahre vergingen, und man konnte dem aufstrebenden Turnverein wohl eine glänzende Zukunft voraussagen.
Aber plötzlich wurde diese erfolgreiche Entwicklung durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 unterbrochen. Fast alle Turner wurden eingezogen. Einige Wenige, die daheim geblieben waren, sorgten dafür, dass das Vereinsleben nicht ganz einschlief. So ist es auch zu verstehen, dass nach Kriegsende schon bald mit der Wiederaufbauarbeit im Verein begonnen wurde.
Der Erfolg dieser zielstrebigen Arbeit war nach kurzer Zeit sichtbar. Unter reger Beteiligung benachbarter Vereine wurde schon 1920 ein Bezirkssportfest in Rumeln durchgeführt, noch ohne Sportplatz, auf einer Wiese.
Sein “silbernes” Jubiläum beging der RTV am 11. Juli 1925 in der Restauration “Zur Linde” von Wilhelm Hegger (heute H & W Abendcafé). Die Vorsitzenden Gerhard Paschmann (1.) und Gerhard Schüren (2.), die Turnwarte Anton Fülling (1.) und Diet-rich Bringsken (2.), die Schriftwarte Fritz Hofschen (1.) und Johann Rheims (2.), Geldwart (!) Heinrich Bargatzky und Zeugwart Gerhard van Ommen hatten ein sehr anspruchsvolles Programm mit Beiträgen des MGV Rumeln und der Rheinhausener Konzertgesellschaft zusammengestellt, die Festrede hielt der langjährige Vorsitzende Hans Erkens, den es mittlerweile nach Plauen verschlagen hatte.
Der Festumzug sah folgende Marschfolge vor: 1. Gründer, 2. Ehrenausschuss, 3. Festausschuss, 4. Bezirksausschuss, 5. TV 1904 Bergheim, 6. TV Capellen, 7. TV Essenberg, 8. TuS Friemersheim, 9. TV Hohenbudberg, 10. TV Homberg, 11. TV Kaldenhausen, 12. TV Moers, 13. TV Neukirchen, 14. TV Oes-trum, 15. TV Rheinberg, 16. TV Rheinhausen, 17. TV Vennikel, 18. TV Vluyn und 19. “Festgebender Verein”. Man sieht das damalige Protokoll: Vorne die Honoratoren, dann in alphabetischer Reihenfolge die Gastvereine und abschließend der Gastgeber!
Nach dem 25jährigen Vereinsjubiläum nahm der RTV im Oktober 1925 das Handballspiel mit zwei Turnerteams und einer Jugendmannschaft auf. Das erste Spiel stieg am 15. November 1925 gegen Kapellen – es ging glatt mit 0:13 verloren. Bereits eine Woche später gab es gegen den TV Schwafheim eine merkliche Leistungssteigerung: die Werfer um unter anderem Karl Gentner, Karl Mund, Johann Dimmer und Wilhelm Meerkamp verloren nur noch mit 1:13 Treffern. Aus diesen Anfängen heraus erwuchs in wenigen Jahren eine schlagkräftige Elf, die in der höchsten Klasse spielte.
Inzwischen war mit Unterstützung des damaligen Ortsvorstehers Dietrich Bonert ein neuer Sportplatz an der Moerser Straße entstanden. Ein Unentwegter zu dieser Zeit war Fritz Hofschen, der als Geschäftsführer, Handballobmann, Begleiter und auch Spieler ein leuchtendes Beispiel für alle war.
Regelmäßige Teilnahmen am “Süchtelner Fest” und am “Kaiserbergfest” waren Ehrensache, große Erlebnisse für die RTV-Aktiven waren die Deutschen Turnfeste 1928 in Köln und 1938 in Breslau.
In den Jahren bis zum Zweiten Weltkrieg war der Verein zu einer Gemeinschaft mit einem soliden Fundament herangewachsen. Turnen, Handball und Leichtathletik waren die Sportarten, die von allen Aktiven ausgeübt wurden.
Vereinsgeschichte ist auch, dass sich der RTV-Sport 1933 der “Neuordnung des Sports” zu unterwerfen hatte. Am 13. Juli 1933 wurde das gesamte damalige Staatsgebiet in 16 politische Gaue unterteilt. Diesen Gauen wurde auch die Hoheit über alle Zweige der Leibesübung übertragen. Das führte natürlich zu einer völligen Umwälzung aller bisherigen Sportorganisationen.
Im März 1934 erfolgte die Gründung der NSRL (Nationalsozialistischer Reichsbund für Leibesübungen) als Dachorganisation des gesamten deutschen Sports. Alle bisherigen Regionalverbände des Sports wurden aufgelöst, Westdeutschland wurde in drei Gaue – Mittelrhein, Niederrhein, Westfalen – mit eigener Zuständigkeit in allen Dingen aufgeteilt. Jede Sportart hatte nun ihre entsprechende Fachschaft (Turnen, Handball, Leichtathletik).
Der Zweite Weltkrieg brachte ein völliges Erliegen aller Aktivitäten, der Turnbetrieb kam 1942 zum Erliegen. Traurige Tatsache: Der Verein beklagte 26 Opfer dieses unsin-nigen Krieges.
Es war der Initiative einiger Idealisten zu verdanken, dass kaum ein halbes Jahr nach Kriegsende der Plan gefasst wurde, den Turnverein neu zu beleben. Am 22. September 1945 beschloss die Mitgliederversammlung um den jungen und zielstrebigen Vorsitzenden Heinz Stüning, den Sportbetrieb wieder aufleben zu lassen.
Der durch Kriegseinwirkung unbrauchbare Sportplatz im Bereich der heutigen Siedlung “Am Bonerthof” wurde wieder hergerichtet, 3000 Kubikmeter Erdbewegungen waren nötig, um alle Bombentrichter wieder aufzufüllen. Als “Turnhalle” stellte Heinrich Dimmer den Saal von “Haus Waldborn” zur Verfügung (die Turngeräte bargen die Freunde Karl Mund, Fritz Schmidt, Heinrich Dimmer, Wihelm Ramacher und Wilhelm Nellen unter schwierigsten Bedingungen aus der zerstörten Turnhalle im Dorf und trugen sie zum Waldborn).
Größter sportlicher Erfolg war 1948 der Aufstieg der Handballer in die Oberliga. Es folgten noch mehrere ruhmreiche Jahre, von denen die Werfer noch lange Zeit zehrten.
1950 richtete der Verein zum 50. Geburtstag ein großes Jubelfest aus. Die neue Platzanlage am Waldborn mit Ehrenmal wurde feierlich eingeweiht (19. August 1950), neben zahlreichen sportlichen Veranstaltungen war auch in diesem Jahr der Umzug am 27. August 1950 durch das festlich geschmückte Rumeln wieder krönender Höhepunkt.
Tags zuvor stieg in der Straße “Auf dem Hastert” eine Veranstaltung, die in der Einladung mit “Festabend auf dem Festzelt unter Mitwirkung der Rheinlandriege – anschließend Tanz” beschrieben wurde. Frage: Ließ Vorsitzender Karl Düngen seine Sportsfreunde etwa auf der Zeltplane tanzen? Was sagte der damalige Bürgermeister und Turnbruder Gottfried Wittfeld dazu? Doch Scherz beiseite, die doch recht schwierige Zeit wurde auch dadurch deutlich, dass die Einladung mit einer recht wracken Matrizen-“Nudel” vervielfältigt werden musste. Ein Chronist indes, klare Sache, entschlüsselt alles!
Der Vorstand anno 1950 bestand aus: Karl Düngen (1. Vorsitzender), Wilhelm Tiefenbach (2. Vorsitzender, der unendliche Verdienste um den Bau des Sportplatzes hatte), Friedrich Hofschen (Geschäftsführer), Bernhard Hufen (Kassenwart), Karl Mund (Oberturnwart), Hermann Friedrichs (Jugendwart), Maria Neuhoff (Frauenwartin), Fritz Lintz (Oberzeugwart), Karl Herrmann (Handballobmann), Emil Ritter (Fußballobman) und Gerhard Paschmann (Pressewart).
Waren es die vielen Feier-Anlässe oder was? In den nächsten Jahren verliert der Verein an Leistungsstärke, die sich in späteren Jahren indes wieder aufbaut.
Ein wichtiger Termin war der Bau der Turnhalle der Marienfeldschule im Jahr 1958, denn mit und in dieser neuen Heimstätte schwangen sich die Kunstturner (Armin Fischer!) zu ungeahnten Höchstleistungen auf. Klar, die regelmäßige Teilnahme an den Deutschen Turnfesten wurde zur Ehrensache.
Ein ebenso wichtiges Datum war das Jahr 1960, denn justament wurde der Grundstein für das neue Vereins- und Jugendheim am Waldborn gelegt. Mit einem Fackelsternlauf der Jugend zum Marktplatz wurden die Festlichkeiten am 21. Oktober 1960 eröffnet. Am Tag drauf wurden im Rahmen einer kleinen Feier dem Jugendwart offiziell die Schlüssel übergeben.
Anläßlich des erneut “runden” Geburtstages stieg am Abend im “Haus Waldborn” eine kleine Feier. Der engere Vorstand bestand 1960 aus Ewald Puhle sen. (1. Vorsitzender), Fritz Schmidt (2. Vorsitzender), Fritz Hofschen (1. Geschäftsführer) und Bernhard Hufen (1. Kassenwart).
Das “klassische Rentenalter” erreichte der Verein 1965 mit Bravour. Im Rahmen eines Festabends im “Haus Waldborn” wurde deutlich, mit welcher Energie sich ein kleiner ländlicher Turnverein zu einem mittleren Sportverein mit gesunder Mitgliederbasis und aktiver Breitenarbeit entwickelt hatte.
Peter Leimkühler wies mit Blick auf die Zukunft bereits in diesem Jahr auf die kommende “Großbaustelle Sportplatz” hin. Eine Vision, die half, dass der RTV in den nächsten Jahrzehnten zu einem Großverein mit über 2500 Mitgliedern anwachsen konnte.
Mit dem Anstieg der Bevölkerungszahl in Rumeln wuchs auch die Mitgliederzahl des Vereins. Die neuen Mitglieder brachten neue Ideen mit und den Wunsch, neue Sportarten im Verein betreiben zu können. So wurden im Laufe des letzten Jahrzehnte eine Schwimm-, Volleyball-, Basketball-, eine Fußball- und zuletzt eine Boxabteilung ins Leben gerufen. Mittlerweile sind alle Abteilungen fest gegründet und nehmen mit Schüler-, Jugend- und Seniorenmannschaften am Sportbetrieb teil (ausführliche Berichte an späterer Stelle dieses Heftes).
Unter der Leitung des (seit 1964 unermüdlich wirkenden) Vorsitzenden Peter Leimkühler und unter der Schirmherrschaft von Werksdirektor Detlef Müller richtete der RTV vom 13. bis zum 21. September 1975 ein spektakuläres Sportprogramm zum 75-jährigen Bestehen aus. Auf dem Sportplatz am Waldborn sowie in den Hallen der Schulen Friedrich Fröbel, Marienfeld, Gerhart Hauptmann, Kirchfeld und in der Sporthalle Rheinhausen wurde demonstriert, was der Verein an Sport zu bieten hat.
Sportliche Höhepunkte waren sicherlich das Handballspiel auf dem Großfeld zwischen dem OSC Rheinhausen und der HSG Ven-nikel/Rumeln und das nationale Schüler-Jugend-Sportfest mit Einlageläufen der Gastvereine TuS 04 Leverkusen, TSV Bayer Dormagen, LAZ Bellanet Rhede, ASV Köln, LC Bonn sowie LG Ost-Holstein.
Eine Grillparty und ein Jugend-Tanzabend am Jugendheim sowie ein Festakt im “Haus Waldborn” verwöhnten zudem Jung und Alt.
Zwei Großaufgaben wurden in den Jahren 1970 bis 1980 in Angriff genommen und durchgeführt.
Durch die stetige Vergrößerung der Leichtathletikabteilung und deren große Erfolge, war der Wunsch nach einer wettkampfgerechten Sportanlage nur zu selbstverständlich. Nach langwierigen Verhandlungen mit sportlichen und kommunalen Stellen war es dann soweit. Die Gemeinde Rumeln-Kaldenhausen erwarb das Gelände und stellte es dem Verein in einem langfristigen Pachtvertrag zur Verfügung.
Der heutige Sportplatz konnte nach entsprechender Bauzeit im Rahmen einer mehrtägigen Sportveranstaltung am 29., 30. April und 1. Mai 1972 seiner Bestimmung übergeben werden. Bürgermeister Edmund Pilarczyk belobigte den RTV mit den Worten, dass jener “eine notwendige Ergänzung des Arbeitslebens in unserer mechanisierten und automatisierten Welt” sei. Es sei eine feine Leistung des Vereins, dass er die bisherigen Anlagen am Waldborn von Grund auf erneuern wolle, um sie so für die Zukunft fit zu machen.
Für den Chronisten ist das Sportplatzwunder am Waldborn die mittlerweile vierte Anlage des RTV. Fassen wir noch einmal zusammen: Platz eins in den 20er Jahren war eine Wiese in Rumeln-Dorf, Platz zwei später die Fläche an der Moerser Straße. Die “RTV-Kampfbahn” mit einer 350-m-Laufbahn wurde 1950 eingeweiht, die neue B-Anlage mit 400-m-Bahn, Sprunggruben, Kugelstoßringen und der 40 x 20 m-Hartplatz lief 1972 vom Stapel.
Die nächste Großaufgabe schloss sich darob unmittelbar an die erste an. Die Umkleideräume im Jugendheim waren den immer größer werdenden Anforderungen nicht mehr gewachsen. Der Gedanke nach einem größeren und moderneren Haus nahm mehr und mehr konkrete Gestalt an. Der Verein fand auch bei den amtlichen Stellen Verständnis für dieses Vorhaben. Pläne wurden erstellt und verworfen. Dann war es endlich soweit.
Im Sommer 1974 war Baubeginn, nachdem die Gemeinde Rumeln-Kaldenhausen, der Kreis Moers und das Land Nordrhein-Westfalen ihre finanzielle Unterstützung zugesagt hatten. Aber es lief noch nicht alles so gut, wie es im vorhinein geplant war.
Vieles musste in Eigenleistung erstellt werden. Das nahm naturgemäß Zeit in Anspruch. Die Finanzierung wackelte in manchen Zeiten. Spenden wurden gesammelt. So dauerte es eine geraume Zeit, bis die Sporträume in Benutzung genommen werden konnten.
In den Zeitungsarchiven zeugt folgender Presseartikel (vom 18. November 1978) von den Schwierigkeiten des Vereinshaus-Baus:
“Die drei Herren vom Vorstand des Rumelner Turnverein sind stolz, diesmal nicht auf eine sportliche Leistung einer ihrer hervorragenden Leichtathleten, sondern auf den ganzen Verein insgesamt.” (welch’ schöne sprachliche Überhöhung) “Der hat nämlich aus 406.000 Mark runde 1,5 Millionen Mark gemacht, wenn man es in Zahlen ausdrü-cken sollte: Das Vereinsheim hat mittlerweile beachtliche Formen angenommen. Peter Leimkühler, der 1. Vorsitzende, sein Vertreter Manfred Stratmann und Kassenwart Hans Küppers sind nicht die einzigen im Verein, die in vielen Stunden freiwilliger Arbeit das RTV-Vereinsheim der Vollendung näher gebracht haben. Von den heute 1591 Mitgliedern des Vereins beteiligen sich rund ein Drittel und leisteten in fünf Jahren schätzungsweise 36.000 Arbeitsstunden. Keine zehn Jahre nach Baubeginn, also 1982, soll das ganze Haus fertig sein.
Dabei hatte man von öffentlichen Stellen (Stadt und Land) lediglich 406.000 Mark an Zuschüssen bekommen. Bezuschusst wurde praktisch nur das Erdgeschoss, Keller und Obergeschoss sind totale Eigenleistung. Von Sachverständigen wurde dem Haus noch vor kurzem ein Wert von anderthalb Millionen zuerkannt.
Dafür mussten die RTV’ler aber auch ganz schön schnorren gehen, der Parkettboden in einem Raum stammt aus einer Schule, wo er ausgemustert werden sollte. Steine, Erdreich für die Blumen, Möbel – alles wurde irgendwie organisiert oder zumindest günstig eingekauft. Der Bauunternehmer wurde eingespart, vom Architekten Sepp Wurm, der auch die Statik lieferte, wurden quasi nur Papierkosten berechnet.
Fertig ist zur Zeit das Erdgeschoss mit Gemeinschaftsraum, Sitzungszimmer, Toiletten, Duschen und Geräteraum. Im Keller gibt es schon eine Kurzsprintstrecke und einen Gymnastikraum. Zukunftsmusik sind noch die Kegelbahn und die Sauna.”
Der Gemeinschaftsraum, der eigentlich zum 80-jährigen Jubiläum fertig sein sollte, war justament noch im Rohbau. Die Arbeiten zur Fertigstellung waren aber vergeben. Aus dem kleinen Dorfverein, einer Turngemeinschaft, war ein Großverein mit über 1600 Mitgliedern und einem vielfältigen Sportangebot geworden. Ein Sportangebot, dass sowohl dem Spitzensport als auch dem Breitensport seinen ihm zustehenden Raum gab.
Interessant die Worte, die 1980 im Rahmen der Festlichkeiten gesprochen wurden (und die auch heute noch ihren Wert haben): “Vor allem geht es uns um die Jugend. Wir wünschen und hoffen, dass wir den fast tausend Mädchen und Jungen in unserem Verein mit der Möglichkeit der sportlichen Betätigung ein Mittel gegen die Gefahren der Umwelt an die Hand gegeben haben.
Wenn wir erreichen, dass sie durch den Sport gegen Alkohol- und Drogensucht sowie Kriminalität geschützt werden können, dann sind alle Arbeit, Mühen und Spenden gut angelegtes Kapital. In diesem Bemühen, zum einen der Jugend die Möglichkeit der sportlichen Betätigung und des geselligen Zusammenseins, zum anderen den werktätigen Erwachsenen als Ausgleich zum Alltagsstress erholsame Stunden bei Spiel, Sport und Geselligkeit zu bieten, wollen wir auch in den vor uns liegenden Jahren weiterarbeiten. Wir hoffen, dass unsere Bemühungen erkannt und entsprechend gewürdigt werden. Wir wünschen allen Mitgliedern viel Spaß und Erholung in Turnhallen, auf dem Sportplatz, beim Wandern und in geselliger Runde.”
Konzentrieren wir uns jetzt auf das “T” im Vereinsnamen, also auf das “Turnen” – eine Sportart, mit der alles begann!
Johann Friedrich Jahn gilt als Turnklassiker, der Anfang des 19. Jahrhunderts als Begründer des deutschen Volksturnens in die Sportgeschichte einging.
Turnen, Sammelbegriff für körperliche Ertüchtigung, begeisterte schnell die Leute. Die entstehende Turnbewegung organisierte sich öffentlich und verbreitete sich über ganz Deutschland. Die gegründeten Vereine entwickelten sich in soziologischer Hinsicht zu einem Sammelbecken für Jugendliche und Erwachsene unterschiedlicher sozialer Herkunft.
Doch bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war das Turnen noch eine Männerdomäne, denn Kampf und Leistungsstreben galt als typisch männlich. Die Gegner des Frauensports, unter den Sportlern und Sportfunktionären stark vertreten, sahen die “natürliche” Hierarchie der Geschlechter durch “weibliches Kraftmeiertum” bedroht. In dieser Zeit gründeten einige Sportfreunde den Rumelner Turnverein.
Unsere Reise durch die Vereinsgeschichte der Turnabteilung beginnt jedoch erst 1946/1947 (über die Zeit davor ist an vorderer Stelle unserer RTV-Geschichte schon ausreichend erzählt worden).
Der 2. Weltkrieg hatte mit seinen schrecklichen Folgen auch das Vereinsleben des Rumelner Turnvereins fast zum Erliegen gebracht. Beginnend mit dem Feldhandballspiel wurde das zarte Pflänzchen Rumelner Turnverein wieder gepflegt.
Schützenhilfe kündigte sich auch schon bald an. Zu dieser Zeit war es für die Turnabteilung ein Glücksfall, dass es zwei Familien gab, die entscheidend für die Wiederbelebung der Turnabteilung sorgten. Für den sportlichen Bereich zeichnete sich Karl Mund mit seiner Familie aus, wogegen die Familie Dimmer, als Besitzerin der Gaststätte “Waldborn”, die Räumlichkeiten und technischen Voraussetzungen zum Turnen zur Verfügung stellte.
Der Saal der Gaststätte entwickelte sich zur Turnhalle und trug somit dazu bei, dass die Gaststätte “Waldborn” zum Treffpunkt sportlicher und gesellschaftlicher Ereignisse wurde.
Im Bereich des Kunstturnens der Männer entstand der Wunsch nach Wettkämpfen, der dann auch in die Tat umgesetzt wurde. Mit einem gesunden Konkurrenzdenken trug man gegen benachbarte Vereine Wettkämpfe aus. Unvergessen sind die Begegnungen in Asberg, Moers und Rheinkamp. Hier hatten sich, wie im Rumelner Turnverein, Sportbegeisterung und Wettkampfwille breit gemacht.
Wer aber nun glaubt, dass die Turnabteilung nur aus männlichen Sportlern bestand, der irrt. Die Frauen mischten im Sport ganz schön mit. Sie trafen sich zur Gymnastikstunde im “Waldborn”, übten sich in leichtathletischen Disziplinen oder spielten Handball – letzteres natürlich auf dem Großfeld, Über frühere Vorurteile, wie “weibliches Kraftmeiertum”, lachte man nur.
Dazu Zeitzeuge Ewald Püttmann: “Die wenigen Rumelner Bürger fanden ihre Freizeitgestaltung im Rumelner Turnverein. Man betrachtete sich als große Familie, organisierte alles gemeinsam und feierte auch gemeinschaftlich. Der Verein war Mittelpunkt aller Freizeitgedanken.”
Wie aktiv und planend die Abteilungen waren, bewies man 1950 mit der Einweihung des neuen Sportplatzes am Waldborn zum 50-jährigen Vereinsjubiläum. Nur mit großem persönlichen Engagement der Mitglieder war die Errichtung der Sportanlage möglich.
Als entscheidendes Jahr für die Turnabteilung erwies sich das Jahr 1955. Ein junger Mann namens Armin Fischer zeigte Interesse am Kunstturnen und wurde zur Beurteilung seines turnerischen Könnens zum Geräteturnen eingeladen. Staunend musste man zur Kenntnis nehmen, dass die gebotene Leistung von keinem Rumelner Turner zu erreichen war. Abteilungsleiter Karl Mund nahm sich des jungen Mannes an und läutete damit eine neue Epoche in der Turnabteilung ein.
Mit Armin Fischer begann 1955 der Neuanfang des Turnens im Rumelner Turnverein. Gymnastik und Geräteturnen fand zu dieser Zeit noch im Saal des Waldborn statt. An Sonntagen wurde Geräteturnen im Freien vor dem Restaurant “Waldborn” ausgeübt. Im selben Jahr wurde Armin Fischer Gaumeister im Zwölfkampf-Kunstturnen.
Die erste Rumelner Turnhalle baute die Gemeinde 1958 an der Marienfeldschule. Ab diesem Zeitpunkt fanden die Übungsstunden in dieser Halle statt.
Lange Jahre waren nun die Rumelner erfolgreichster Verein im Kunstturnen des Turngaus Moers und des Rheinischen Turnerbundes. Seit dieser Zeit werden jährlich Vereinsmeisterschaften für Kinder- und Jugendliche durchführt. Und bei der Teilnahme an den Kreis-, Bezirks- und Rheinischen Meisterschaften wurden viele Erfolge erzielt.
Stichwort “Deutsches Turnfest”: Von 1958 bis heute hat die Turnabteilung an allen Deutschen Turnfesten teilgenommen. Es waren etwa 20 bis 40 Turnerinnen, Turner und Faustballerinnen, die aktiv alle vier Jahre an den Wettkämpfen und Veranstaltungen teilnahmen. Des weiteren beteiligten sich die Turnerinnen und Turner an den Landesturnfesten des Rheinischen Turnerbundes (in diesem Jahr fanden diese vom 1. bis 4. Juni 2000 in Moers statt).
Zum RTV-Pokalturnen der Jugend werden immer mehrere Vereine eingeladen, unter anderem die Klubs OSC Rheinhausen, MSV Duisburg, SV Neukirchen, SV Köln, TV Wanheimerort, TuS Rheinberg, SG Moers und die ZSG Waltershausen aus Thüringen.
In den Jahren von 1966 bis 1990 wurden die Faustballerinnen der Jugend- und Damenmannschaft von Mädi Dreier trainiert. Sie waren lange Jahre erfolgreich im RTB – sowohl in der Rheinland- als auch in der Verbandsliga. Bei den Deutschen Kunstturnmeisterschaften in Augsburg erreichte Klaus Gross den 36. Platz (1971).
Stichwort “Jugend trainiert für Olympia”: Drei mal konnte sich der RTV bis zum Endkampf in Berlin qualifizieren. Des Weiteren wurde die Jugend sechs mal Landesvizemeister. 1975 bis 1986 erreichten die Kunst-turner den Aufstieg in die Landesliga und zwar mit Erich Rapp, Uli Klees, Ingo Seif-fen, Klaus Gross, Guido Fischer, Henner Wiechmann, Ulrich Schumann und Wolfgang Schaary. 1977 war Guido Fischer mit 14 Jahren Rheinischer Meister im Kunstturnen. Bei den Norddeutschen Meisterschaften erreichte er den 10. Platz.
1980 turnten die Schüler zum 1. Mal in der Gauliga Duisburg-Mülheim. Jedes Jahr wurden dort Pokale gewonnen.
Armin Fischer, der alte Haudegen, turnte sich 1984 beim Bundesalterstreffen in Siegen auf Rang sechs von insgesamt 1600 Teilnehmern. Und ein letztes sportliches Datum: Die Schüler nehmen seit 1988 am Pokalturnen des MSV teil und gewannen mehrmals.
Bis Ende der 80er Jahre wurde am Himmelfahrtstag eine Wanderung, an der Jung und Alt teilnahm, durchgeführt. Der Abschluss dieser Veranstaltung fand mit etwa 150 bis 200 Personen im “Haus Waldborn” statt. Seit einigen Jahren ist der Turnabteilung eine Wandergruppe unter Leitung von Werner und Annelie Stoffels und eine Radfahrergruppe unter Leitung von Werner Albertini angeschlossen. Die Turnabteilung hat seit den 50er Jahren ständigen Mitgliederzuwachs. Zur Jahrtausendwende waren es über 1000 Mitglieder. Im Laufe der Jahre haben sich auch Turngruppen für Kleinkinder, Mutter und Kind, Mädchen und Jungen, Ehepaare, Diabetiker und Altengymnastik, Aerobic, gebildet.
Durch die gewachsenen Mitgliederzahlen fehlen oft Hallenstunden. Der neue Gymnastikraum im Vereinsheim brachte hier eine Entspannung.
Die Turnabteilung wurde nach dem 2. Weltkrieg von folgenden Abteilungsleitern geführt: Karl Mund führte die Turner bis 1968, Armin Fischer von 1968 bis 1978, Werner Stoffels von 1978 bis 1984 und erneut Armin Fischer von 1985 bis heute!
Kommen wir nun zum Handball, eine Sportart, deren Wurzeln bis in das Jahr 1925 zurückgehen, wiewohl die HSG erst 1971 aus der Taufe gehoben wurde.
Frage an die Handball-Urgesteine: Wer weiß noch, dass 1948 und 1949 innerhalb der Mauern Rumelns Handball-Schiedsrichtertagungen stattfanden, an denen jeweils die 30 besten deutschen Unparteiischen teilnahmen? Der Clou: Erarbeitet wurde die Einführung eines neuen Spielsystems im Feldhandball (30 m Abseitslinie und ganz ohne Abseits), um durch eine sich hieraus ergebende schnellere und flüssigere Spielweise das sportlich unsaubere Betonsystem zu verdrängen. Praktisch wurden diese Systeme in den Spielen Rumeln gegen Kaldenhausen (!) vorgeführt, um dann nach einem Jahr als allgemein gültige Spielregel des deutschen Handballs eingeführt zu werden.
Und wo liegen die sportlichen Wurzeln des Handballsports? 1950 wird im Rahmen des Goldjubiläums in der Chronik berichtet, dass Ende Oktober 1925 durch den immer mehr in Erscheinung tretenden Sport “2 Turner- und 1 Jugendmannschaft eingeführt” wurden. Das erste Meisterschaftsspiel am 15. November 1925 gegen den TV Kapellen ging mit 13:1 verloren. Die Vereinsspitze formulierte weiland mit Blick zurück und mit Visionen nach vorne: “Wenn auch dieses erste und auch die nachfolgenden Spiele wenig ermutigend waren, so wurden auf die Dauer durch vorbildliche Kameradschaft doch Erfolge erzielt, über die man sprach.” So war die Mannschaft in aller Munde, als sie 1928/29 stolzer Bezirksmeister wurde.
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges war Handballsport auf breiter Grundlage noch nicht möglich. Aus diesem Grunde schlossen sich die Kreis Moerser Sportvereine zum Kreissportverband Moers zusammen. Dieser Zusammenschluss führte schon Ende 1945 dazu, dass Meisterschaftsspiele ausgetragen werden konnten. Mit wechselnden Erfolgen beteiligte sich der Verein an diesen Spielen und erreichte in der Spielsaison 1947/48 den ersten Platz in der Gauklasse. Bei den anschließend ausgetragenen Aufstiegsspielen unter den vier Gaumeistern erkämpften sich Osterfeld und Rumeln den Aufstieg zur Oberliga, der höchsten deutschen Handballklasse!
Welche Klinge der Verein zu schlagen verstand, mussten so namhafte Vereine wie RSV Mülheim, Turnerbund Hamburg, Herford 08 und Osnabrück erfahren. Es hatte schon etwas an sich, wenn die “Welt” als führende Zeitung nach dem Sieg gegen den deutschen Meister RSV Mülheim voller Respekt schrieb: “Wer kennt schon das kleine Dorf, das so eine Handballmannschaft hervorbringt!”
Nach der 50-Jahr-Feier gab es über mehrere Jahre sportlich hier wie da einen kleinen Durchhänger (Ausnahme: die Turner um Oberturnwart Karl Mund und Männerturnwart Armin Fischer). Die Handballmannschaft schrammte 1950/51 nur hauchdünn an der Teilnahme zur Westdeutschen Handball-Meisterschaft vorbei.
Doch stellt sich, um wieder in die Gegenwart zu springen, sogleich die Frage: Handball in der HSG nur Tradition, oder auch eine gehörige Portion an Begeisterung und Wille, diese dynamische Sportart an jedem Wochenende neu zu beleben? Diese Frage stellt sich für die Spieler, Trainer, die Betreuer und die zahlreichen Helferinnen und Helfer hinter den Kulissen der Handballsportgemeinschaft Vennikel/Rumeln/Kaldenhausen.
Wer als Außenstehender sich einmal auf den Weg in die Sporthalle des Albert-Einstein-Gymnasiums gemacht hat wird sicher feststellen, hier sind Frauen und Männer am Werk, die sich den Begriff ,,Handballsportgemeinsehaft” zum Programm gemacht haben.
Bis es jedoch so weit war, musste ein weiter Weg von der Gründung, am 5. April 1971, bis heute zurückgelegt werden. Die Gründungsvereine TV Vennikel und Rumelner TV bildeten unter dem Vorsitz des leider viel zu früh verstorbenen Ewald Puhle den Grundstein der heutigen HSG. Am 1. Juli 1990 schloss sich der TV Kaldenhausen der Spielgemeinschaft an.
Im Archiv der HSG findet man unter dem Datum 14. April 1974 folgenden geschäftsführenden Vorstand: 1. Vorsitzender: Ewald Puhle, 2. Vorsitzender: Karl Puchala, 1. Geschäftsführer: Dieter Schmitz, l. Kassenwartin: Helga Biefang, Jugendwart: Jürgen Phlipsen, Handballspielwart: Gustav Biefang.
Die Verantwortung für die HSG liegt heute in folgenden Händen: 1. Vorsitzender: Herbert Dickel, 2. Vorsitzender: Volker Pingen, Spielwart Männer: Peter Balsliemke, Spielwartin Frauen: Melanie Mehlig, Jugendwarte: Brigitte Schütze und Ingo Schulz, 1. Geschäftsführer: Klaus Ziegenhagel, 2. Geschäftsführerin: Monika Reimann, 1. Kassenwartin: Hannelore Phlipsen, 2. Kassenwart: Jochen Esser.
Die Führungsmannschaft um Ewald Puhle schaute damals über den Tellerrand hinaus und verpflichtete mit “HaDe” Schmitz einen Handballexperten, der völlig neue Wege ging. Spielgestalter der damaligen HSG war Karl Puchala. Alte HSG’er erinnern sich noch gerne an das denkwürdige Spiel im Sportzentrum Rheinkamp, als die Spitzenmannschaft, Merkur Kleve, vor ausverkauftem Haus geschlagen wurde. Star des Gegners war übrigens ein gewisser Reinhard van der Heusen, der seinen Weg unter anderem über TuSEM Essen und die Nationalmannschaft machte, ehe er auf Bitte des heutigen Vorsitzenden Herbert Dickel seine Zelte bei der HSG aufschlug. “Nurmi” streift auch heute noch das Trikot der HSG über und steht der HSG als Spieler und Trainer der zweiten Mannschaft zur Verfügung.
Vereinstreue wird bei der HSG gelebt. Es ist unmöglich an dieser Stelle, alle Namen von ehemaligen Spielern aufzuzählen, die nach Jahren der sportlichen Wanderschaft zurück in ihre Heimat fanden. Hier sei stellvertretend der amtierende und engagierte HSG-Chef Herbert Dickel genannt, der sich unter der Regie von “HaDe” Schmitz bei TuSEM Essen sportlich entwickelte und mit so bekannten Handballgrößen wie Alfred Gislas-son, Reinhard “Nurmi” van der Heusen, Thomas Happe und Ulrich Eikermann in der Bundesliga spielte. In welcher Halle er auch spielte, ob in Barcelona oder in Großwallstadt, seine Heimat blieb immer die HSG. Sportlich musste die HSG durch ein Wellental gehen.
Erst in jüngster Vergangenheit stand die erste Mannschaft wieder einmal am Scheideweg. Nach dem Durchmarsch von der Bezirksliga, über die Landesliga bis hinauf in die Verbandsliga, in der das Team im ersten Jahr der Zugehörigkeit eine große Rolle spielte, setzte der sportliche Niedergang ein. Die Mannschaft hatte nicht mehr die Kraft, den Abstieg zu verhindern. Ein Neuanfang wurde gemacht. Unter der Regie des heutigen Trainers, Ludger Jonischeit, findet wieder guter Handball im AEG statt.
Das gute Fundament eines jeden Sportvereins ist seine Jugendarbeit! Hier wird in der HSG seit Jahren gute Arbeit geleistet. Wochenende für Wochenende nehmen sich die Betreuer und Trainer in die Pflicht und stehen der HSG in vielen Stunden zur Verfügung. Das Gespann der Jugendwarte Ingo Schulz und Brigitte Schütze leisten ganze Arbeit. In elf Jugendmannschaften sind etwa 150 Jungen und Mädchen für die HSG “am Ball”. Leider fehlt zur Zeit noch eine geeignete A-Jugend, um – sowohl bei den Damen als auch bei den Herren – eigene Nachwuchskräfte zu stellen. Hier gilt es weitere Aufbauarbeit zu leisten.
Das sportliche Aushängeschild der HSG ist momentan die erste Frauenmannschaft. Nach einigen vergeblichen Versuchen wurde in der vergangenen Spielzeit der Aufstieg in die Verbandsliga geschafft. Unter Trainer “Panne” Pannenbecker haben sich die Frauen bisher stark behaupten können.
Egal aus welcher Richtung der Wind weht, sei es durch weitere einschneidende Maßnahmen der Stadt Duisburg, die viele Vereine der Sportstadt Duisburg finanziell um das Überleben kämpfen lassen (unter anderem durch Überlegungen, die Hallenmieten zu erhöhen), oder durch sportliche Talfahrten der Mannschaften, Handball wird auch in künftig gespielt. Dafür steht die “Mannschaft” um ihren engagierten Vorsitzenden Herbert Dickel!
Wenn Sie, liebe Leserin, lieber Leser, nun Lust bekommen haben, sich der großen Handball-Familie anzuschließen, zögern Sie nicht und springen auf den Zug der HSG. Werden Sie Mitglied in einer starken Handballsportgemeinschaft, wobei die Betonung auf Gemeinschaft liegen sollte. Die HSG wartet auf Sie!
Die Leichtathletik ist nach dem Turnen und dem Handball eine Sportart, die beim RTV schon vor der Gründung einer eigenen Abteilung wettkampftechnisch organisiert worden war.
Seit der Vereinsgründung wurden immer wieder leichtathletische Aktivitäten durchgeführt und auch Wettkämpfe bestritten. Es bietet sich an, die ruhmreiche Geschichte der Leichtathleten in jüngerer Zeit in chronologischer Form darzustellen:
1960 war es dann soweit, dass eine separate Leichtathletikabteilung unter der Leitung von Willi Grapatin ihre Arbeit aufnahm. Unterstützung fand Willi Grapatin in seinem Vorhaben durch den heutigen Ehrenvorsitzenden Peter Leimkühler und Heinrich Kohlenbrander, der als aktiver Handballer immer auch die Leichtathletik favorisierte. Das erste Training überstieg mit mehr als 100 Kindern alle Erwartungen.
1964: Der Ruf nach einer wettkampfgerechten Anlage wird laut und die Verwaltung der Gemeinde um Unterstützung gebeten.
1965 bis 1967: Die Abnahme der Sportabzeichenprüfungen wird zum festen Bestandteil des RTV-Sportangebotes. Von Anfang an wurde der Leistungssport gepflegt und nachdem Horst Henrich als Trainer gewonnen werden konnte, ging es hauptsächlich im Sprintbereich bergauf.
1968 bis 1969: Auch der Breitensport kommt nicht zu kurz. Erstmals richtet der RTV einen Nationalen Volkslauf und Wandertag aus. Diese größte Veranstaltung am Linken Niederrhein wird von Athleten aus der gesamten Bundesrepublik besucht.
1970 bis 1971: Elf Teilnehmer schaffen die Qualifikation zu den Deutschen Jugendmeisterschaften. Die Top-Läuferin Brigitte Koczelnik startet auch international bei den Europa-Junioren-Meisterschaften in Paris und nimmt am Länderkampf gegen Frankreich teil. Weitere nationale und internationale Einsätze folgen in den nächsten Jahren.
1972 bis 1974: Der RTV stellt 1972 gleich zwei Deutsche Vizemeisterinnen (Gaby Fuhrmann im Speerwurf und Brigitte Koczelnik über 400 m). Die Staffelmädchen erringen Platz drei.
1975 bis 1978: Durch die kommunale Neuordnung wird die RTV-Leichtathletikabteilung dem Leichtathletikkreis Duisburg-Mülheim angegliedert. Anlässlich des 75-jährigen Bestehens des RTV findet ein nationales Schüler- und Jugend-Sportfest mit mehr als 700 Teilnehmern statt. Birgit Vöcking macht als Sprinterin auf sich aufmerksam,
1979 bis 1981: 1979 löst Karin Behmer Willi Grapatin in der Abteilungsleitung ab. Ihre Tochter Kirsten ist sehr erfolgreich, vor allem im Speerwurf.
1982 bis 1985: Das Augenmerk richtet sich auf die talentierten Jugendlichen im Sprintbereich. Oliver Ohm, Johannes Wischerhoff, Matthias Skrotzki und Thomas Ballon erhalten durch Trainer Horst Henrich den “Feinschliff” und sind ab sofort Garant für gute RTV-Arbeit. Carsten Lutzer erreicht im Mehrkampfbereich zwei Landestitel im Weit- und Dreisprung. In diesem Bereich ist Wilfried Duesberg als Trainer tätig. Gisela Ahlemeyer, eine ehemalige Aktive mit internationalen Erfolgen, nimmt ihre Trainerarbeit auf und gibt dem Schülerbereich neue Impulse.
1986 bis 1990: Anni Lutzer wird 1986 zur Abteilungsleiterin gewählt und hat dieses Amt bis 1995 inne. Die sportlichen Leistungen wachsen. Mit Stefan Terlinden startet ein neues Sprinttalent kometenhaft nach oben. Weiter sehr erfolgreich sind auch Oliver Ohm und Johannes Wischerhoff.
Der Mehrkampfbereich meldet ebenfalls gute Erfolge, insbesondere durch Peter Stemmer. Durch großes Engagement von Gisela Ahlemeyer macht die Schüler-Mädchengruppe auf sich aufmerksam.
1991 bis 1993: Der internationale Jugendaustausch mit den Leichtathleten aus Györ (Ungarn) wird aufgenommen. Die dringend benötigte 100 m-Kunststoffbahn wird eingeweiht. Claudia Angerhausen wird für den Nachwuchs-Nationalkader durch den DLV nominiert. Der RTV richtet 1993 die Nordrhein-Blockmeisterschaften im Wedau-Stadion aus und wirkt bei der Durchführung der Deutschen Meisterschaften mit.
1994 ist das bisher erfolgreichste Jahr durch den ersten Deutschen Meistertitel von Claudia Angerhausen über 400 m bei den DM-Jugend-Hallenmeisterschaften in Sindelfingen. Ihm folgt gleich ein zweiter Rang in der Freiluftsaison. Außerdem erlangt sie Bronze bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Lissabon mit der 4 x 400 m-Staffel. Auch Sabrina Mulrain wird immer schneller, sie erreicht bei der B-Jugend-DM in Ulm den sechsten Platz.
1995 bis 1996: Neuer Abteilungsleiter wird Harald Richter. Claudia Angerhausen startet in der Frauenklasse und wird Deutsche Junioren-Vizemeisterin im 400-m-Lauf. Sabrina Mulrain erringt ihren ersten Deutschen Meistertitel bei der B-Jugend im 100 m Lauf.
1997: Sabrina Mulrain wird Doppel-Junioren-Europameisterin und Claudia Angerhausen schafft Position zwei und drei bei den Europameisterschaften U 23 über 400 m und mit der Staffel. Gisela Ahlemeyer steht beiden weiterhin als fachkompetente Trainerin zur Seite. Die Mitgliederzahl der Abteilung wächst stark an, bedingt auch durch die von Udo Peters 1994 ins Leben gerufene Walking-Bewegung, die sich immer größerer Beliebtheit erfreut.
1998: Grandioser Auftritt von Sabrina Mulrain im ersten Frauenjahr bei dem Europameisterschaften in Budapest (6. Platz). Es folgt der Titelgewinn bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften über 200 m, zudem wird sie “Duisburger Sportlerin 1998″ und in den Olympiakader des DLV berufen.
1999 bis 2000: Weiterhin nationale und internationale Klasseleistungen von Sabrina Mulrain folgen. Sie wird Zweite über 200 m beim Europa-Cup in Paris, Dritte bei der Europameisterschaft U 23 in Göteborg und Zweite mit der 4 x 100 m Staffel. Zur Zeit der Druck-legung dieser Chronik befindet sich Sabrina in der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Sydney 2000.
In der Chronologie der offiziellen Gründungen von RTV-Fachabteilungen nehmen die Schwimmer die dritte Position ein.
Demnach blickt die Schwimmabteilung noch nicht auf eine 100-jährige Geschichte zurück. “Erst” im Jahre 1968 fanden sich einige Kinder um Wolfgang Meter zusammen, die dann gemeinsam an ihrem ersten Schwimmwettkampf in Moers teilnahmen. Die Schwimmabteilung war geboren.
Von nun an fuhren Wolfgang Meter und seine beiden Helfer Frau Keusen und Max Schröter zu einigen Wettkämpfen mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit Privatwagen. Hierbei wurden schon sehr gute Ergebnisse erzielt. Die Trainingsmöglichkeiten besserten sich dann zusehends, als in Rumeln, an der heutigen Rathausallee, das Hallenbad gebaut und 1972 der Öffentlichkeit übergeben wurde. Die Schwimmabteilung trat dann auch offiziell dem DSV bei.
1973 fand die erste Vereinsmeisterschaft der Schwimmabteilung statt. Diesen Titel trägt Uwe Braun. Es folgten 1974 Manfred Fuchs und 1975 Rainer Sturm.
In den Jahren 1976 und 1977 wurde keine Vereinsmeisterschaft ausgeschwommen, es erfolgte in der Trainerarbeit ein Umbruch. Willi Kohnen, der erst auch als aktiver Schwimmer tätig war, wurde zum Nachfolger als Leiter der Schwimmabteilung aufgebaut, die Mitgliederzahlen vermehrten sich im Laufe der Jahre immer mehr, so dass die Abteilung heute stolz auf eine Zahl von über 450 Mitgliedern sein kann.
In den folgenden Jahren standen ihm immer wieder engagierte Väter und Mütter zur Seite, ohne die eine Abteilung keinen Fortbestand hätte. Da wäre zum Beispiel Hannelore Meyer, die nach Öffnung der Grenzen wieder mit ihrer Familie in ihre ostdeutsche Heimat zurückging, oder Thomas Amano, der aus beruflichen Gründen nach Köln gezogen ist. Es folgte auch noch Jörg Zingraf.
In den Jahren 1980 bis 1985 wurde Bodo Breitkopf Vereinsmeister, als ewiger Zweiter war Dirk Daniels dabei, die heute noch beide aktiv in der Vereinsarbeit tätig sind, Dirk Daniels als Sportlicher Leiter und Bodo Breitkopf als Trainer.
Zwischenzeitlich, um 1982, wurde eine Frauengruppe ins Leben gerufen, die sich jeden Dienstagabend im Hallenbad zur Wassergymnastik trifft. “Gequält” werden diese Wassernixen von Helga Wedekind.
Christa Riedel, die die Fakten der Schwimmabteilung zusammen getragen hat, sieht ihren Einstieg beim RTV wie folgt: “1982 zog ich mit meiner Familie nach Rumeln und 1986 traten wir dem RTV bei. Aktiv tätig wurde zuerst mein Mann Peter als Trainer und ich erst einige Jahre als Kassiererin der Schwimmabteilung und jetzt seit zirka neun Jahren als Abteilungsleiterin.”
Wie oben schon erwähnt war Willi Kohnen Sportlicher Leiter bis etwa Mitte der 90er Jahre, dann folgte Dirk Daniels. Bevor Christa Riedel als Abteilungsleiterin tätig wurde, stand Willi Kohnen Jürgen Schütz ein Jahr als Abteilungsleiter zur Seite. Jürgen Schütz ist der Vereinsarbeit treu geblieben, allerdings jetzt in der Fußballabteilung.
Christa Riedel: “Ich hoffe, dass uns unser Hallenbad noch recht lange erhalten bleibt und sich auch immer wieder freiwillige Helfer finden, so dass wir auch eines Tages sagen können, wir feiern unser 100- Jähriges.”
Mittlerweile und zwar im Juni 2000 ist ihre Befürchtung wahr geworden: Ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Bäderkonzept sieht die Schließung des Bades an der Rat-hausallee vor. Eine Koalition der Vernunft, bestehend aus den in Rumeln-Kaldenhausen führenden Parteien CDU und SPD, will alles daran setzen, die Wasserfläche zu erhalten.
Die Chronik der Volleyballer hat Harald Protte zusammengestellt. Er berichtet über eine Abteilung, die Erstaunliches leistet:
Die ersten Gehversuche des Volleyballs im Rumelner TV fanden Ende der 60er Jahren in der sogenannten Freitagstruppe von Armin Fischer statt. Hier wollten sich Herbert Heyen, Heinrich (Bubi) Wilmschen, Fritz Gläser, Helmut Gentner und viele mehr nicht mehr nur mit Gymnastik beschäftigen, und probierten ihr Können auch in Faust- und Volleyball aus. Da das Ganze allen sehr viel Spaß bereitete, nahm man ab 1971 gleich mit Erfolg am Spielbetrieb teil. Auch der Damenbereich mit Danny van de Loh, Gisela und Hannelore Hollje, Roselis Garbatzki, Ute Knittel, Gabi Reuter, Hannlore Lück und vielen mehr war von Anfang an mit Trainer Herbert Heyen (später unter anderem Udo Jeschke) ein elementarer Bestandteil der Volleyball-Gruppe.
Nach Gründung einer eigenen Volleyballabteilung übernahm Herbert Heyen deren Leitung, die er dann bis 1988 inne hatte; aber auch als Trainer im Damen- und Jugendbereich war er lange Zeit tätig. Hier betreute er am Anfang Spieler wie Hans-Gerd Schrooten, Manni Kreutzer und Jürgen Zemke. In dieser Funktion abgelöst wurde er dann später durch Bernd Fitscher und Peter Herrmann. Unterstützt wurde Herbert Heyen in dieser Zeit unter anderem durch Wolfgang Büschken, Frank Bauhaus, Gisela Hollje und Kurt Jakob. Letzterer tauchte 1973 bei den Volleyballern auf; zuerst als Spieler und Trainer Herren I/II. Zu dieser Zeit spielten unter anderem die Gebrüder Mols, Bernd Fitscher, Jürgen Gesick und Peter Herrmann in der ersten Herrenmannschaft, die dann auch 1974 den Sprung in die Bezirksliga schaffte.
Nach zwischenzeitlichem Abstieg schaffte 1980 eine von Kurt Jakob formierte Mannschaft um Martin Dolle, Roland Matzke, Jörg Oltmann und Frank Gatz den Wiederaufstieg in die Bezirksliga. Danach ging es weiter in die Landesliga bis dann 1986 der Aufstieg in die Verbandsliga mit Spielern wie Peter Kaiser, Peter Herrmann und Thomas Specht zu verzeichnen war. Die in der Kreisliga spielende Damenmannschaft mit zum Beispiel Susanne Reimann, Marianne Dolle und Melanie Stoffels wurde in der Zwischenzeit durch Herbert Heyen betreut.
Im männlichen Jugendbereich war derweil Freddie Gies eingestiegen, der anfangs die männliche A/B-Jugend betreute. Auch die Abteilungsführung erfuhr eine starke Veränderung, da der langjährige Abteilungsleiter Herbert Heyen durch Kurt Jakob abgelöst wurde. In den nächsten Jahren etablierte sich die erste Herrenmannschaft in der Verbandsliga. Dabei wurde unter der Regie von Norbert Koberg mehrmals extrem knapp der Aufstieg in die Oberliga verpasst. Ihr bestes gaben dabei zum Beispiel Thomas Fatheuer, Theo Leenen und Wilfried van Meegen. Zwischenzeitlich wurde dann noch ein Jugendländerspiel Deutschland gegen Holland ausgerichtet.
Im Jahr 1992 war es dann für den RTV geschafft: Unter Leitung von Spielertrainer Eckhard Otto wurde der ersehnte Aufstieg in die Oberliga geschafft; wobei unter anderem Helmut Will, Michael Schopmann und Dirk Szutarski mit geholfen haben. Da es so gut lief, schaffte der RTV dann auch gleich im nächsten Jahr mit Jochen Kelleter, Manfred Smaniotto und Uwe Harzheim den nie für möglich gehaltenen Durchmarsch in die Regionalliga.
In dieser Zeit machte dann auch die von Martin Kittner trainierte 1. Damenmannschaft um Elke Reinhard, Sandra Büschken und Evelyn Buchner von sich reden. Des Weiteren konnte die von Eckhard Kunze betreute männliche E-Jugend den Titel eines westdeutschen Vizemeisters erringen. Im Jahre 1994 wurde dann das nächste große Projekt des Rumelner TV angegangen:
Mit großer Unterstützung aus der Abteilung wurde das Liptonice Beach-Volleyball Masters auf dem Gelände des Freibades Toeppersee mit großem Erfolg durchgeführt. Danach wurde direkt mit dem Bau der Beachvolleyball-Arena am Freibad Toeppersee begonnen, die dann 1996 feierlich mit dem Mum-Beach-Cup eingeweiht wurde. Nebenbei wurde dann auch noch ein Trainingsspiel gegen die Nationalmannschaft von Australien durchgeführt.
In der Halle konnte dann im Folgejahr unter der Regie von Olaf Klose mit dem Aufstieg in die zweite Bundesliga der bisher größte Erfolg gefeiert werden. Maßgeblichen Anteil daran hatten Sven Dörendahl, Oliver Henneken und RTV-Urgestein Kalle Will. 1998 belegte diese Mannschaft mit Markus Pukownik, Markus Lensing und Markus Möbest als bester Aufsteiger einen hervorragenden siebten Platz in der zweiten Bundesliga.
Harald Protte: “Nach einigen Turbulenzen befindet sich die Volleyballabteilung jetzt wieder in ruhigem Fahrwasser. Mit einigen neuen Gesichtern im Vorstand wird sowohl im Hallen- als auch im Beachbereich ein Neuanfang gewagt. So wird zum Beispiel in der kommenden Saison die in der Oberliga spielende 1. Herrenmannschaft nicht unerheblich durch Spieler gestellt, die mit dem siebten Platz in diesem Jahr bei den Deutschen B-Jugendmeisterschaften das beste Ergebnis in der Vereinsgeschichte schafften! Viele interessante Konzepte sollen in den nächsten Jahren auch im Damen-, Jugend- und Hobbybereich für ein ausgewogenes und ansprechendes Angebot an Spiel- und Trainingsmöglichkeiten sorgen.
Als nächste eigenständige Abteilung folgte die der Basketballer. Das geschah zu einer Zeit, wo Idole wie Michael Jordan noch undenkbar waren.
1972 war die Geburtsstunde der Basketballabteilung des Rumelner Turnvereins. Mit der Fertigstellung der Sporthalle “Im Kirchfeld” kann der Basketballbetrieb aufgenommen werden. In der Sporthalle befindet sich ein großes Spielfeld und an den Seitenwänden gibt es zusätzlich sechs Übungskörbe. Zur Erstausstattung der Halle gehörten zudem 40 Basketbälle.
1973: Bereits im ersten Jahr zeigt die intensive Jugendarbeit Früchte. Die Basketball-Minis erreichen die Endrunde der Westdeutschen Meisterschaft und scheitern erst in der Endrunde gegen die Jugendmannschaft des Bundesligisten aus Hagen.
1974 bis 1978: Konsequent wird die Jugendarbeit in den Schülersportgemeinschaften und im Rumelner TV weiter vorangetrieben. Bemerkenswert ist, dass die Rumelner auch die jüngsten C-Schiedsrichter des Basketballkreises stellen. In Übungsgruppen der Schülersportgemeinschaft Basketball werden bereits Grundschüler an den Basketballsport heran geführt. Gleichzeitig werden ältere Jugendliche zu engagierten Basketballübungsleitern ausgebildet.
1979 bis 1981: Bei den Stadtmeisterschaften gewinnen die Jugendmannschaften und auch die Senioren in den verschiedenen Altersklassen fast alle Titel. Die A-Jugend erreicht die Zwischenrunde der Westdeutschen Jugendmeisterschaft. Der Höhepunkt ist jedoch der Gewinn der Westdeutschen Jugendmeisterschaft durch die weibliche D-Jugend. Die Herrenmannschaft des RTV steigt in die Landesliga auf.
1982: Es war ein erfolgreiches Jahr für die RTV-Basketballer, wobei wieder die Jugendarbeit im Vordergrund steht. Mehrere Jugendmannschaften erringen die Kreismeisterschaft. Die weibliche C-Jugend lässt renommierte Jugendmannschaften wie Hagen und Leverkusen hinter sich und holt den Titel eines Westdeutschen Meisters nach Rumeln-Kaldenhausen.
1983: Die Gemeinschaftshauptschule “Im Kirchfeld” wird für ihre mustergültige Tätigkeit auf dem Gebiet des Schulbasketballs sowie für die rege und erfolgreiche Teilnahme an der Aktion “Jugend trainiert für Olympia” mit einer Ehrengabe des Westdeutschen Basketballverbandes ausgezeichnet.
1984 bis 1988: Durch die Schließung der Gemeinschaftshauptschule “Im Kirchfeld” wird deutlich, dass ohne engagierten Schulbasketball mit Schülersportgemeinschaften auch eine kontinuierliche Vereinsarbeit nicht darstellbar ist. Die Schließung der Schule führte leider zu Problemen im Jugendbereich und in Folge auch bei den Seniorenmannschaften.
1989 bis 1992: Durch verstärkte Breitensportaktivitäten in den Schulen in Rumeln gelingt es wieder, verstärkt Interesse an der Sportart Basketball zu wecken. Basketball-Spieltreffs, die in Zusammenarbeit mit den örtlichen Grundschulen durchgeführt werden, und Schülersportgemeinschaften Basketball am Albert-Einstein-Gymnasium finden erfreulich regen Anklang. Mit der Rückkehr zur intensiven Schüler- und Jugendarbeit stellen sich auch sofort wieder die sportlichen Erfolge ein. Die männliche A-Jugend gewinnt die Niederrheinmeisterschaft. Außerdem spielen endlich wieder RTV-Mini-Basketballer, die aus dem Stand das Endspiel um den Kreispokal erreichen und dort nur knapp unterliegen.
1993 bis 1997: Dank konsequenter Fortführung der Jugendarbeit gelingt es mehreren Jugendmannschaften, an der Westdeutschen Meisterschaft teilzunehmen.
1998: Nach dem Gewinn der Kreismeisterschaft erreicht die männliche D-Jugend die Zwischenrunde der Westdeutschen Meisterschaft. Der Förderkreis Schüler- und Jugendbasketball in Rumeln-Kaldenhausen wird gegründet. Ziel des Förderkreises ist es, die wieder erfolgreiche Schüler- und Jugendarbeit zu unterstützen, denn ohne engagierte, qualifizierte und langfristige Schüler- und Jugendarbeit ist Basketball in Rumeln-Kaldenhausen nicht denkbar.
1999: Nach zwei vergeblichen Anläufen ist der Aufstieg der ersten Damenmannschaft in die Landesliga perfekt. Damit stellt der Rumelner TV die höchstklassig spielenden Basketball-Mannschaften Duisburgs. Ein Erfolg langfristiger, ortsnaher und leistungsorientierter Jugendarbeit!
1999 wird erneut der Schwerpunkt auf eine intensive Jugendarbeit gelegt. In Zusammenarbeit mit allen Rumelner Grundschulen wurden Mini-Basketballgruppen gebildet, denen insgesamt zirka 50 Kinder angehören.
Die Gründung der Fußballabteilung des Rumelner Turnvereins geschah gewissermaßen schlagartig.
Im Mai 1976 wechselte eine komplette Seniorenmannschaft vom Nachbarverein FC Rumeln-Kaldenhausen, heute FCR Duisburg, zum Rumelner Turnverein und gründete dort eine neue Fußballabteilung. Die Initiatoren dieser Neugründung waren seinerzeit Ursula und Hans Hen-dricks und Martin Schulz.
Doch wie auch bei den Leichtathleten und Handballern reichen die Anfänge des RTV-Fußballs bis in die späten 40er Jahre zurück! Grund war die wieder in Gang kommende Wirtschaft und hier besonders der Bergbau. Das führte dazu, dass aus allen Teilen des Landes Bergleute nach Rumeln strömten. Der Rumelner Lehrer Peter Dimmers wies weiland nach, dass sich die Zahl der Bergleute von 1945 (219) bis 1950 (890) mehr als vervierfachte.
Als nun aus diesen Kreisen der Wunsch an den Verein heran getragen wurde, auch den Fußballsport in das Programm des Vereins aufzunehmen, wurde diesem Antrag nicht nur aus rein sportlichen, sondern auch aus sozialen Gründen entsprochen, um den zum Teil heimatlosen und in Lagergemeinschaften zusammen gefassten Kameraden eine Freizeitge-staltung und die Ausübung ihres Lieblingssportes zu ermöglichen. Bereits 1950 war die Befürchtung, die Kicker seien als Abteilung im Gesamtverein nicht lebensfähig, zerronnen.
Richten wir nun unser Interesse auf den bereits erwähnten Mai 1976: Martin Schulz leitete den Seniorenbereich und Hans Hendricks hatte es übernommen, eine Jugendarbeit für die neue Fußballabteilung des RTV aufzubauen.
Da die Seniorenmannschaft, durch den Vereinswechsel gesperrt, keine Pflichtspiele im ersten Jahr austragen konnte, beschränkte sich dieses erste Jahr dann auf die Austragung reiner Freundschaftsspiele.
Erst in der Saison 1977/78 konnte der Spielbetrieb richtig aufgenommen werden, und bereits in dieser Saison stellte der RTV eine 1. und 2. Seniorenmannschaft sowie drei Jugendmannschaften, und zwar eine D-, B- und eine A-Jugendmannschaft. Der erste Trainer der 1. Mannschaft war Werner Dulata.
Bereits in der 2. Saison konnte der Aufstieg in die Kreisliga B gefeiert werden. In dieser Klasse spielte der RTV dann mit wechselndem Erfolg mehrere Jahre, bis es dem dann später noch langjährigen Trainer, Ferdinande Cinque, im Spieljahr 1986/87 gelang, in die Kreisliga A aufzusteigen, und bereits im nächsten Jahr folgte der Aufstieg in die Bezirksliga.
In dieser Spielklasse konnte der RTV sich leider nur eine Saison halten, so dass bis zum heutigen Tage mit wechselndem Erfolg wieder in der Kreisliga A gespielt wurde. Aktuell ist zu bemerken, dass mit dem neu verpflichteten Trainer Jürgen Seemann neuer Wind in die Mannschaft gekommen ist – wenn auch in der kommenden Spielzeit wieder in der Kreisliga B gekickt werden muss.
In der Saison 2000/2001 spielten drei Seniorenmannschaften und eine Altherren-Mannschaft im Seniorenbereich, im Jugendbereich nahmen sieben Mannschaften am Spielbetrieb teil. Die Fußballabteilung hat rund 300 Mitglieder und ist bemüht, in den nächsten Jahren noch weiteren Jugendmannschaften den Spielbetrieb zu ermöglichen. Hierzu werden natürlich wie immer freiwillige Helfer gesucht.
Der Abteilungsvorstand im Jahr 2000: „Wir danken all denen, die im Senioren- und Jugendbereich über viele Jahre Verantwortung auf sich genommen haben und sich mit viel Idealismus für die Abteilung eingesetzt haben. Wir bedanken uns besonders bei Klaus Volkmann, Karl Lenhard, Werner Vogt, Leo Fürtjes und natürlich Ulla und Hans Hendricks, die sich über Jahre in der Vergangenheit Verdienste um die Vorstandsarbeit der Fußballabteilung erworben haben.“
Dazu im Jubiläumsjahr 2001 der Abteilungsvorstand mit Robert Romeyke (Vorsitzender), Holger Schmidt (Obmann), Martin Seidelt (Geschäftsführer) und Kassenwart Achim Tersteegen: „Unser Dank an die Vergangenheit gilt auch Arnold Pfannkuche und Peter Geiger, die eine Basis geschaffen haben, auf der wir heute aufbauen können.“ Und in der Tat: Von 1980 bis 2000 waren Arnold Pfannkuche Vorsitzender und Peter Geiger Geschäftsführer beziehungsweise Obmann. In diese Zeit fielen so schöne Erlebnisse wie der Fast-Aufstieg der A-Jugend in die Bestengruppe Niederrhein, der Aufstieg der 1. Mannschaft in die Bezirksliga und elf funktionierende Jugend-Teams.
Und das gilt zu allen Zeiten: Jugendmannschaften sind die Zukunft. Da ist es schön zu sehen, dass bei den Jüngsten wieder doppelgleisig gefahren wird und dass der B-Platz zur Zeit auf Vordermann gebracht wird! Der Vorstand der Jugendabteilung besteht 2001 aus Geschäftsführer Dirk Franken, Obmann Frank Schungen, stellvertretender Obmann und Sponsorenbetreuer Christian Fieberg, Kassierer Martin Seidelt und Pressewart Manfred Dudel, letzterer übt diese Position auch für den Seniorenbereich aus.
Das Grußwort von RTV-Vorsitzender Heiner Schüren-Hinkelmann an den Jubilar „25 Jahre Fußballabteilung“ hatte folgenden Wortlaut: „Liebe Sportsfreunde! Im Namen des Rumelner Turnvereins gratuliere ich der Fußballabteilung zu ihrem 25-jährigen Bestehen. Fußball wird im Rumelner Turnverein schon länger als 25 Jahre gespielt, wie in der Chronik von Ferdi Seidelt nachzulesen ist. Aber nach Anfängen in den 40er Jahren wurde der Spielbetrieb zwischenzeitlich eingestellt, eine Neugründung der Fußballabteilung im Jahre 1976 sorgte dafür, dass heute noch Fußball um Meisterschaft und Pokale gespielt wird.
Nachdem mit Arnold Pfannkuche und Peter Geiger zwei hochverdiente Fußballfunktionäre in den Ruhestand getreten sind, haben Robert Romeyke und sein Team das Heft in die Hand genommen und führen nun auch diese Jubiläumsfeier durch. Hierfür und für alle anderen Dinge, die sie sich vorgenommen haben, wünsche ich ihnen viel Glück und Erfolg. Denn ohne die tatkräftige Unterstützung vieler Eltern, Trainer und Helfer gelingt es nicht, die anstehenden Arbeiten zu bewerkstelligen. Ihnen allen gilt mein Dank und meine Anerkennung. In diesem Sinne wünsche ich der Fußballabteilung eine schöne Jubiläumsfeier und alles Gute für die nächsten Jahre.“
Abteilungsleiter Robert Romeyke wusste wie folgt zu formulieren: „Liebe Freunde, wenn wir uns in diesen Tagen über “25 Jahre Fußball im Rumelner Turnverein” freuen, haben wir sicherlich die eine oder andere Minute Zeit, um auf das Vergangene zu schauen – wenn auch stets mit dem Blick nach vorn. In den 25 Jahren zuvor ist eine Menge guter Arbeit geleistet worden – für den Fußball, aber, noch wichtiger, für die Menschen. Viele junge und ältere Fußballfreunde erlebten ungezählte Stunden Sport und Geselligkeit. Dass dies so bleiben muss und – wenn möglich – auszubauen ist, dafür steht der Vorstand im Jubiläumsjahr. Jeder weiß, dass ein intaktes Vereinsleben nicht vom Himmel fällt. Was wir brauchen ist eigentlich so alt wie die Menschheit, doch geraten die von mir gemeinten Tugenden manchmal in Vergessenheit: Wir müssen viel und ausgiebig miteinander reden, die Kameradschaft pflegen und natürlich auch feste mit anpacken. So gilt, wenn auch in abgewandelter Form, der alte Satz “Einer für alle, alle für einen” nach wie vor! In diesem Sinne wünsche ich ein gelungenes Fest!“
Dass auch kräftige Männer eine Heimat im Rumelner Turnverein finden können, beweisen die Boxer.
Begonnen hatte alles mit einer Hobbygruppe im Jahr 1984. Der damalige Vorstand hatte sich, nachdem in einem ersten Gespräch einige Vorurteile etwas abgebaut worden waren, gegen jede Konvention entschlossen, es mit diesen Boxern auf Probe zu wagen. Das war ohne Ironie durchaus mutig, und die Boxer wussten das zu würdigen, denn andere Vereine hatten sie wegen etlicher Bedenken abgelehnt.
Im Laufe der folgenden Monate stellte sich dann zur Überraschung vieler heraus, dass es sich bei diesen Boxern um durchaus zivilisierte, umgängliche und sich nicht ständig prügelnde Menschen handelte, die im Trainingskeller intensive Gymnastik betrieben und ernsthaft ihrem Sport nachgingen. Auch mit den Leichtathleten vertrugen sie sich gut. So entschloss sich der Vorstand 1985, die Boxer als Abteilung in den Verein zu integrieren. Es war und ist eine Gruppe von Trainierenden, zum Teil zu alt, um Boxsport wettkampfmäßig auszuüben. Aber Trainer Herbert Willems zog aufgrund seines Rufes Interessierte wie ein Magnet an, so dass die Abteilung mehr Zulauf hatte als Boxvereine der Umgebung. So verfügte man bald über fünf aktive Kämpfer. 1987 wagte man eine eigene Veranstaltung, ein Nachwuchsturnier im Schul- und Kulturzentrum Rumeln-Kaldenhausen. Es war zwar durch Presse und Plakate angekündigt, doch die Zahl der Besucher war unerwartet groß. Das erstaunte nicht nur die Abteilung, sondern auch die Offiziellen des Boxverbandes und wohl auch einige Mitglieder des Vereinsvorstandes, welche die Kämpfer mit ihrer Anwesenheit beehrten. Es war eine sportlich ansprechende Veranstaltung – ablesbar an der Reaktion des durchaus sachkundigen und begeisterungsfähigen Publikums. Auch finanziell waren die Sportler im Plus.
Bei etlichen Veranstaltungen machten Boxer des RTV von sich reden und wurden in Presseberichten besonders hervorgehoben, dafür stehen die Namen Schulz, Bungenberg, Steckelbruck und Bodden.
Bei den Niederrheinmeisterschaften der B-Senioren 1990 belegte Boxer Kapeluch im Mittelgewicht den 2. Platz und Scheuten im Halbschwergewicht sogar Platz eins, nachdem er alle Kämpfe vorzeitig wegen technischer Überlegenheit für sich entschied.
Leider standen von den genannten Aktiven aus unterschiedlichen Gründen nach und nach immer weniger für Wettkämpfe zur Verfügung. In den folgenden Jahren ging es mit aktiven Boxern immer auf und ab. Obwohl aufgrund guter Ausbildung oft ansprechende Leistungen erbracht wurden, hörten alle Kämpfer nach einer gewissen Zeit wieder auf.
Herbert Willems gab das Amt als Trainer auf. Seit 1996 trainiert Heinz Graf die Boxer. Was aus der einen oder anderen Hoffnung wird, bleibt abzuwarten. Das Training jedenfalls ist weiter gut besucht und jeder Interessierte ist eingeladen, es sich einmal anzuschauen oder gleich mitzutun.
Schlusswort
Soweit der Versuch, dem Phänomen “100 Jahre Rumelner Turnverein” ein wenig gerecht zu werden. Sicherlich mag mir der geneigte Sportsfreund nachsehen, wenn ich Schwerpunkte gesetzt habe, die andere ganz anders gesetzt hätten. Auch mögen mir alle verzeihen, deren Einsatz ich nicht oder nur unzureichend gewürdigt habe. Das zu leisten ist sicherlich eine Herkulesaufgabe der besonderen Art.
Doch im Jahre 2000 haben wir Glück im Unglück: Notierten weiland die Schriftleiter ihre Zusammenfassungen hand- oder maschinenschriftlich, stehen den Menschen heuer Computer-Anlagen zur Verfügung. Ich habe dem Verein meine Arbeit auf einer 3,5-Zoll-Diskette und als Word-Dokument übergeben. Die einmalige Chance, mit einem Mausklick Veränderungen und Ergänzungen vorzunehmen!
Den Freunden, denen der RTV am Herzen liegt, wird es sicherlich Spaß machen, dem Text in regelmäßigen Abständen Elementares der kommenden Jahre hinzuzufügen. Dann hat’s der Chronist anno 2010, 2020, 2025 ff. nicht mehr ganz so schwer.
Sicherlich werden sie dann ergänzen, dass die Vorbereitungen für die 100-Jahr-Feier bereits Mitte 1999 begannen, dass der rührige Festausschuss um Anni Lutzer und Günther Claaßen nicht müde wurde, die Feier bis ins kleinste Detail zu organisieren, dass ein Dieter Tiede den Gala-Abend im 1000-Mann-Festzelt selbstlos organisierte, dass die Leute aus dem Rheinhauser Rathaus alles daran setzten, dem Verein ordnungstechnisch zur Seite zu stehen, dass viele tausend Menschen Anteil nahmen an der 100-Jahr-Feier, dass es Anerkennungsschreiben, Grußworte und Lobesreden zuhauf gab. Doch das haben meine Nachfolger zu leisten, denn ein Chronist blickt bekanntlich zurück – nicht etwa nach vorn. Und schließlich sind 36.500 Tage Rückblick auch eine runde Zahl!
125 Jahre Rumelner Turnverein “Gut Heil” 1900 e.V. (von Ferdi Seidelt)
125 Jahre Rumelner Turnverein „Gut Heil“ 1900 e.V.
(von Ferdi Seidelt)
5 x 25 Jahre! Was für eine Zeit! Das Deutsche Kaiserreich, die Weimarer Republik, die NS-Zeit, die Bundesrepublik Deutschland. In all den Jahren gab und gibt es den Rumelner Turnverein. Es macht mehr als Sinn, diese Zeiten aus Sicht des RTV festzuhalten. Als Chronik, als Geschichtswerk, als Tagebuch, als Sittengemälde, kurzum als ein spannendes Kapitel Zeitgeschehen. Bitte schön!
Die Ideen des Turnvaters Jahn vom Beginn des 19. Jahrhunderts hatten sich von Berlin aus bis in unsere Heimat verbreitet. Schon 1850 wurde der Moerser Turnverein gegründet. 1895 folgte der Zusammenschluss turnfreudiger junger Männer in Oestrum. Mitglieder dieses Vereins waren maßgeblich daran beteiligt, als sich im August 1900 über 30 junge Männer aus Rumeln in der Gastwirtschaft „Zur Linde“ bei Hegger/Düngen zusammenfanden, um einen Turnverein zu gründen.
Dieser Vorsatz war in dem damaligen Bauerndorf Rumeln mit etwa 880 Einwohnern eine kleine Revolution – und eine Herausforderung an die stockkonservative Haltung der „besseren Kreise“. Mit einer Mischung aus Misstrauen und Unverständnis blickte man auf das Tun der jungen Männer, die sich nach einem arbeitsreichen Tag auch noch auf dem Turnboden trafen, um sich körperlich zu stählen. Da musste doch irgendetwas im Busch sein!
Nun, der Hintergrund ist historisch verbrieft: Friedrich Ludwig Jahn kämpfte zu Zeiten der napoleonischen Fremdherrschaft und Kleinstaaten für eine nationalstaatliche Identität Deutschlands und rief zu diesem Zweck die Turnbewegung ins Leben. Er schuf das öffentlich zugängliche Turnen, führte grundlegende Turnbegriffe ein und gilt als Schöpfer der Bewegung, die zur Gründung vieler Turnvereine und letztlich zur Herausbildung des Geräteturnens als Weltsportart führte.
In die Annalen als Gründer des Rumelner TV „Gut Heil“ 1900 gingen ein: Heinrich Bringsken, Hermann Bringsken, Gerhard Bringsken, Hans Erkens (er war der allererste RTV-Vorsitzende, ihm folgte später Baltasar Gohres), Peter Hörnemann, Johann Neuhoff, Tillmann Paschmann, Wilhelm Ramacher, Gerhard Schüren und Heinrich Schüren.
Trotz aller Anfangsschwierigkeiten verfolgten die Turner unbeirrt ihr Ziel. Die Zahl der Mitglieder wuchs, Turngeräte wurden angeschafft, und es fanden regelmäßige Übungsstunden im Hegger’schen Saal an der Dorfstraße (später Lichtspielhaus Rumeln, dann Elektro Browarzyk, heute Kulturspielhaus Rumeln) statt.
1904 erhielt der junge Verein seine erste Fahne – ein großes Ereignis, das mit einem Festzug und einem Festabend gebührend gefeiert wurde. Turnen, Ballspiele (Schleuderball, Schlagball, Faustball) und Wandern standen im Mittelpunkt der sportlichen Aktivitäten.
So entsteht das Bild eines Vereins mit frischem Wagemut und echtem Kameradschaftsgeist – im „Goldenen Zeitalter des Deutschen Kaiserreiches“. Kein Wunder also, dass das Ansehen des Vereins stetig wuchs und die Mitgliederzahlen sich kontinuierlich erhöhten. Es schien, als stünde dem aufstrebenden Turnverein eine glänzende Zukunft bevor.
Doch dann kam der Erste Weltkrieg – und mit ihm ein jäher Einschnitt. Fast alle Turner wurden eingezogen. Die wenigen Daheimgebliebenen hielten das Vereinsleben irgendwie am Laufen, sodass nach dem Krieg schnell mit dem Wiederaufbau begonnen werden konnte.
Der Erfolg dieser zielstrebigen Arbeit zeigte sich bald: Schon 1920 wurde – noch ohne eigenen Sportplatz – ein Bezirkssportfest auf einer Wiese in Rumeln veranstaltet, unter reger Beteiligung benachbarter Vereine.
1925
Das silberne Jubiläum feierte der RTV am 11. Juli 1925 in der Restauration „Zur Linde“ von Wilhelm Hegger (heute Abendcafé). Die Vorsitzenden Gerhard Paschmann (1.) und Gerhard Schüren (2.), die Turnwarte Anton Fülling (1.) und Dietrich Bringsken (2.), die Schriftwarte Fritz Hofschen (1.) und Johann Rheims (2.), der Geldwart (!) Heinrich Bargatzky und Zeugwart Gerhard van Ommen hatten ein anspruchsvolles Festprogramm zusammengestellt – mit Beiträgen des „Männergesangvereins Rumeln“ und der „Rheinhausener Konzertgesellschaft“. Die Festrede hielt der langjährige Vorsitzende Hans Erkens.
Der Festumzug folgte einer klaren Marschfolge: 1. Gründer, 2. Ehrenausschuss, 3. Festausschuss, 4. Bezirksausschuss, 5. TV 1904 Bergheim, 6. TV Capellen, 7. TV Essenberg, 8. TuS Friemersheim, 9. TV Hohenbudberg, 10. TV Homberg, 11. TV Kaldenhausen, 12. TV Moers, 13. TV Neukirchen, 14. TV Oestrum, 15. TV Rheinberg, 16. TV Rheinhausen, 17. TV Vennikel, 18. TV Vluyn, 19. „Festgebender Verein“.
Man sieht: Zuerst die Honoratioren, dann – streng alphabetisch – die Gastvereine, am Schluss der Gastgeber. Ordnung muss sein!
Nach dem 25-jährigen Jubiläum nahm der RTV im Oktober 1925 das Handballspiel auf – mit zwei Turnerteams und einer Jugendmannschaft. Das erste Spiel fand am 15. November 1925 gegen Kapellen statt – und ging glatt mit 0:13 verloren. Aber bereits eine Woche später gab es gegen den TV Schwafheim eine merkliche Leistungssteigerung: Die Werfer um unter anderem Karl Gentner, Karl Mund, Johann Dimmer und Wilhelm Meerkamp verloren „nur noch“ mit 1:13. Aus diesen bescheidenen Anfängen entwickelte sich rasch eine schlagkräftige Mannschaft, die es bis in die höchste Spielklasse brachte.
Inzwischen war mit Unterstützung des damaligen Ortsvorstehers Dietrich Bonert ein neuer Sportplatz an der Moerser Straße entstanden. Eine Schlüsselfigur in dieser Zeit war Fritz Hofschen – Geschäftsführer, Handballobmann, Begleiter, Spieler – ein echtes Multitalent und Vorbild für alle.
Regelmäßige Teilnahmen am „Süchtelner Fest“ und am „Kaiserbergfest“ waren Ehrensache. Große Erlebnisse für die RTV-Aktiven waren auch die Deutschen Turnfeste 1928 in Köln und 1938 in Breslau.
Bis zum Zweiten Weltkrieg war der RTV zu einer Gemeinschaft mit solidem Fundament herangewachsen. Turnen, Handball und Leichtathletik wurden mit viel Engagement betrieben.
Auch das gehört zur Vereinsgeschichte: 1933 musste sich der RTV der „Neuordnung des Sports“ beugen. Am 13. Juli 1933 wurde das gesamte damalige Staatsgebiet in 16 politische Gaue unterteilt – mit Hoheit über alle Bereiche der Leibesübungen. Eine vollständige Umwälzung der bisherigen Sportorganisationen war die Folge.
Im März 1934 wurde der NSRL (Nationalsozialistischer Reichsbund für Leibesübungen) als Dachverband des gesamten deutschen Sports gegründet. Alle bisherigen Regionalverbände wurden aufgelöst. Westdeutschland wurde in die Gaue Mittelrhein, Niederrhein und Westfalen unterteilt – jede Sportart hatte nun ihre eigene Fachschaft für Turnen, Handball und Leichtathletik.
Der Zweite Weltkrieg brachte ein völliges Erliegen aller Aktivitäten – der Turnbetrieb kam 1942 zum Stillstand. Traurige Tatsache: Der Verein beklagte 26 Opfer dieses unsinnigen Krieges.
Es war der Initiative einiger Idealisten zu verdanken, dass kaum ein halbes Jahr nach Kriegsende der Plan gefasst wurde, den Turnverein neu zu beleben. Am 22. September 1945 beschloss die Mitgliederversammlung unter Leitung des jungen und zielstrebigen Vorsitzenden Heinz Stüning, den Sportbetrieb wieder aufleben zu lassen.
Der durch Kriegseinwirkung unbrauchbare Sportplatz im Bereich der heutigen Siedlung „Am Bonerthof“ wurde wieder hergerichtet – 3000 Kubikmeter Erdbewegung waren nötig, um alle Bombentrichter aufzufüllen. Als „Turnhalle“ stellte Heinrich Dimmer den Saal von „Haus Waldborn“ zur Verfügung. Die Turngeräte bargen die Freunde Karl Mund, Fritz Schmidt, Heinrich Dimmer, Wilhelm Ramacher und Wilhelm Nellen unter schwierigsten Bedingungen aus der zerstörten Turnhalle im Dorf – und trugen sie zum Waldborn, Muskelkater garantiert.
Größter sportlicher Erfolg war 1948 der Aufstieg der Handballer in die Oberliga. Es folgten noch mehrere ruhmreiche Jahre, von denen die Werfer noch lange zehrten. Einschub: Wenn jetzt rund um die 125-Jahr-Feier sowohl die Männer als auch die Frauen der HSG in der Oberliga werfen, erinnert das ein wenig an 1948. Doch ist Oberliga einst und Oberliga jetzt nicht vergleichbar. Damals war die Oberliga die höchste deutsche Handballklasse (final um die „Westdeutsche“ und „Deutsche“ wurde in Turnierform gespielt).
Welche Klinge der Verein zu schlagen verstand, mussten so namhafte Vereine wie RSV Mülheim, Turnerbund Hamburg, Herford 08 und Osnabrück erfahren. Es hatte schon etwas an sich, wenn die „Welt” als führende Zeitung nach dem Heimspiel-Sieg am 6. Februar 1949 gegen den späteren Deutschen Meister RSV Mülheim (1949) voller Respekt schrieb: „Wer kennt schon das kleine Dorf, das so eine Handballmannschaft hervorbringt!” Und die Rheinische Post widmete trotz des damaligen Papiermangels dem Rumelner Sensationssieg am nächsten Tag einen großen Bericht, in dem es vor Ehrerbietung nur so qualmte.
1950
1950 richtete der Verein zum 50. Geburtstag ein großes Jubelfest aus. Die neue Platzanlage am Waldborn mit Ehrenmal wurde am 19. August 1950 feierlich eingeweiht (Einschub: Im November 2023 übergab der RTV das über Jahrzehnte vergessene, dann aber grundlegend sanierte und künstlerisch aufgewertete Ehrenmal erneut der Öffentlichkeit). Neben zahlreichen sportlichen Veranstaltungen war der Umzug am 27. August 1950 durch das festlich geschmückte Rumeln der krönende Höhepunkt.
Tags zuvor stieg in der Straße „Auf dem Hastert“ eine Veranstaltung, die in der Einladung als „Festabend auf dem Festzelt unter Mitwirkung der Rheinlandriege – anschließend Tanz“ beschrieben wurde.
Frage an die Fantasie: Ließ Vorsitzender Karl Düngen seine Sportsfreunde etwa auf der Zeltplane tanzen? Und was sagte wohl Bürgermeister und Turnbruder Gottfried Wittfeld dazu?
Doch Scherz beiseite – die doch recht schwierige Zeit zeigte sich auch darin, dass die Einladung mit einer ziemlich mitgenommenen Matrizen-„Nudel“ vervielfältigt werden musste. Ein Chronist indes – ganz klar – entschlüsselt alles!
Der Vorstand anno 1950 bestand aus: Karl Düngen (1. Vorsitzender), Wilhelm Tiefenbach (2. Vorsitzender, mit unendlichen Verdiensten um den Bau des Sportplatzes), Friedrich Hofschen (Geschäftsführer), Bernhard Hufen (Kassenwart), Karl Mund (Oberturnwart), Hermann Friedrichs (Jugendwart), Maria Neuhoff (Frauenwartin), Fritz Lintz (Oberzeugwart), Karl Herrmann (Handballobmann), Emil Ritter (Fußballobmann) und Gerhard Paschmann (Pressewart).
Waren es die vielen Feier-Anlässe, oder was? In den folgenden Jahren verlor der Verein etwas an Leistungsstärke – eine Delle, die sich später aber wieder ausgleichen sollte.
Ein wichtiger Meilenstein war der Bau der Turnhalle an der Marienfeldschule im Jahr 1958. Mit und in dieser neuen Heimstätte schwangen sich die Kunstturner (allen voran Armin Fischer!) zu ungeahnten Höhenflügen auf. Klar, die regelmäßige Teilnahme an den Deutschen Turnfesten wurde zur Ehrensache.
Ein weiteres bedeutendes Datum: das Jahr 1960 – hier wurde der Grundstein für das neue Vereins- und Jugendheim am Waldborn gelegt. Mit einem Fackelsternlauf der Jugend zum Marktplatz begannen am 21. Oktober 1960 die Feierlichkeiten. Am folgenden Tag wurde dem Jugendwart im Rahmen einer kleinen Feier offiziell der Schlüssel übergeben.
Anlässlich des erneut „runden“ Geburtstags fand am Abend im „Haus Waldborn“ eine kleine Feier statt. Der engere Vorstand bestand 1960 aus: Ewald Puhle sen. (1. Vorsitzender), Fritz Schmidt (2. Vorsitzender), Fritz Hofschen (1. Geschäftsführer) und Bernhard Hufen (1. Kassenwart).
Das „klassische Rentenalter“ erreichte der Verein 1965 mit Bravour. Im Rahmen eines Festabends im „Haus Waldborn“ wurde deutlich, mit welcher Energie sich ein kleiner ländlicher Turnverein zu einem mittelgroßen Sportverein mit gesunder Mitgliederbasis und aktiver Breitenarbeit entwickelt hatte.
Peter Leimkühler wies mit Blick auf die Zukunft bereits in diesem Jahr auf die kommende „Großbaustelle Sportplatz“ hin – eine Vision, die mit dazu beitrug, dass der RTV in den nächsten Jahrzehnten auf über 2500 Mitglieder anwachsen konnte.
Mit dem Anstieg der Bevölkerungszahl in Rumeln wuchs auch die Mitgliederzahl des Vereins. Neue Mitglieder brachten neue Ideen mit – und den Wunsch, weitere Sportarten in den Verein zu integrieren. So wurden im Laufe der Zeit eine Schwimm- (1968), Volleyball- (1971), Basketball- (1972), Fußball- (1976) und zuletzt eine Boxabteilung (1985) ins Leben gerufen. In diesem Jahrhundert kamen hinzu die Abteilungen „Handicap-Sport“, „Dart“ und „Kampfkunst“.
Mittlerweile sind alle Abteilungen fest etabliert und nehmen mit Schüler-, Jugend- und Seniorenmannschaften am sportlichen und sozialen Betrieb teil (ausführliche Berichte folgen an späterer Stelle).
1975
Unter der Leitung des (seit 1964 unermüdlich aktiven) Vorsitzenden Peter Leimkühler und unter der Schirmherrschaft von Werksdirektor Detlef Müller richtete der RTV vom 13. bis 21. September 1975 ein spektakuläres Sportprogramm zum 75-jährigen Bestehen aus.
Auf dem Sportplatz am Waldborn sowie in den Hallen der Schulen Friedrich Fröbel, Marienfeld, Gerhart Hauptmann, Kirchfeld und in der Sporthalle Rheinhausen wurde eindrucksvoll demonstriert, was der Verein sportlich zu bieten hatte.
Sportliche Höhepunkte waren das Handballspiel auf dem Großfeld zwischen dem OSC Rheinhausen und der HSG Vennikel/Rumeln (Einschub: Kaldenhausen stieß erst 1990 zur HSG) sowie das nationale Schüler-Jugend-Sportfest mit Einlageläufen der Gastvereine TuS 04 Leverkusen, TSV Bayer Dormagen, LAZ Bellanet Rhede, ASV Köln, LC Bonn und LG Ost-Holstein.
Eine Grillparty, ein Jugend-Tanzabend am Jugendheim sowie ein Festakt im „Haus Waldborn“ verwöhnten zudem Jung und Alt – und das ganz ohne Muskelkater.
Zwei Großaufgaben wurden in den Jahren 1970 bis 1980 in Angriff genommen – und mit viel Einsatz erfolgreich durchgeführt.
Durch die stetige Vergrößerung der Leichtathletikabteilung und deren große Erfolge war der Wunsch nach einer wettkampfgerechten Sportanlage nur zu verständlich.
Nach langwierigen Verhandlungen mit sportlichen und kommunalen Stellen war es dann endlich so weit: Die Gemeinde Rumeln-Kaldenhausen erwarb das Gelände und stellte es dem Verein in einem langfristigen Pachtvertrag zur Verfügung.
Der heutige Sportplatz konnte – nach entsprechender Bauzeit – im Rahmen einer mehrtägigen Sportveranstaltung am 29., 30. April und 1. Mai 1972 feierlich seiner Bestimmung übergeben werden. Bürgermeister Edmund Pilarczyk belobigte den RTV mit den Worten, dass jener „eine notwendige Ergänzung des Arbeitslebens in unserer mechanisierten und automatisierten Welt“ sei. Es sei eine feine Leistung des Vereins, dass er die bisherigen Anlagen am Waldborn von Grund auf erneuern wolle, um sie für die Zukunft fit zu machen.
Für den Chronisten ist das Sportplatzwunder am Waldborn bereits die vierte Anlage des RTV.
Fassen wir noch einmal zusammen: Platz eins in den 1920er Jahren war eine Wiese in Rumeln-Dorf, Platz zwei später die Fläche an der Moerser Straße. Die „RTV-Kampfbahn“ mit einer 350-Meter-Laufbahn wurde 1950 eingeweiht. Und schließlich lief 1972 die neue B-Anlage vom Stapel – mit 400-Meter-Bahn, Sprunggruben, Kugelstoßringen und einem 40 x 20 m großen Hartplatz.
Die nächste Großaufgabe folgte auf dem Fuß. Die Umkleideräume im Jugendheim konnten dem wachsenden Bedarf nicht mehr gerecht werden. Der Wunsch nach einem größeren, moderneren Vereinsheim nahm konkrete Formen an. Der Verein fand bei den zuständigen Stellen durchaus offene Ohren. Pläne wurden erstellt – und wieder verworfen. Dann war es endlich so weit:
Im Sommer 1974 erfolgte der Spatenstich – nachdem die Gemeinde Rumeln-Kaldenhausen, der Kreis Moers und das Land Nordrhein-Westfalen finanzielle Unterstützung zugesagt hatten. Doch lief nicht alles ganz so reibungslos, wie zuvor gehofft.
Vieles musste in Eigenleistung errichtet werden – und das kostet bekanntlich Zeit und Nerven. Die Finanzierung wackelte hin und wieder. Es wurde gesammelt, gespendet, organisiert. So dauerte es eine geraume Weile, bis die neuen Sporträume schließlich genutzt werden konnten.
In den Zeitungsarchiven findet sich dazu ein aufschlussreicher Artikel vom 18. November 1978:
„Die drei Herren vom Vorstand des Rumelner Turnvereins sind stolz – diesmal nicht auf eine sportliche Glanzleistung eines ihrer Leichtathleten, sondern auf den gesamten Verein.“ (Welch schöne sprachliche Überhöhung!) „Der hat nämlich aus 406.000 Mark runde 1,5 Millionen gemacht – zumindest, wenn man es mal in Zahlen ausdrückt. Das Vereinsheim hat mittlerweile beachtliche Formen angenommen. Peter Leimkühler, der 1. Vorsitzende, sein Vertreter Manfred Stratmann und Kassenwart Hans Küppers sind nicht die Einzigen, die in zahllosen Stunden freiwilliger Arbeit das RTV-Vereinsheim der Vollendung nähergebracht haben. Von den heute 1.591 Mitgliedern beteiligte sich etwa ein Drittel – und leistete in fünf Jahren geschätzte 36.000 Arbeitsstunden.
Keine zehn Jahre nach Baubeginn – also 1982 – soll das Haus endgültig fertig sein.
Dabei gab es von öffentlicher Seite (Stadt und Land) lediglich 406.000 Mark an Zuschüssen. Bezuschusst wurde praktisch nur das Erdgeschoss. Keller und Obergeschoss: reine Eigenleistung. Ein Sachverständiger bezifferte den Gebäudewert kürzlich auf stolze 1,5 Millionen Mark.
Doch der RTV musste dafür auch ganz schön betteln gehen: Der Parkettboden stammt aus einer ausrangierten Schule, Steine, Erde für Blumenbeete, Möbel – alles wurde irgendwie organisiert oder zumindest günstig eingekauft. Ein Bauunternehmer? Fehlanzeige. Der Architekt Sepp Wurm – der auch die Statik lieferte – stellte nur die Papierkosten in Rechnung.
Fertig ist derzeit das Erdgeschoss mit Gemeinschaftsraum, Sitzungszimmer, Toiletten, Duschen und Geräteraum. Im Keller gibt es bereits eine Kurzsprintstrecke und einen Gymnastikraum. Zukunftsmusik bleiben vorerst noch die Kegelbahn und die Sauna.“
Der Gemeinschaftsraum, der eigentlich zum 80-jährigen Jubiläum fertig sein sollte, war zu diesem Zeitpunkt noch im Rohbau. Aber: Die Aufträge zur Fertigstellung waren vergeben.
Aus dem kleinen Dorfverein war mittlerweile ein Großverein mit über 1.600 Mitgliedern und einem vielfältigen Sportangebot geworden.
Ein Angebot, das sowohl dem Spitzensport als auch dem Breitensport seinen wohlverdienten Raum gibt.
Ein Blick zurück! Worte, die 1980 im Rahmen der Festlichkeiten gesprochen wurden, haben auch heute nichts von ihrer Gültigkeit verloren:
„Vor allem geht es uns um die Jugend. Wir wünschen und hoffen, dass wir den fast tausend Mädchen und Jungen in unserem Verein mit der Möglichkeit zur sportlichen Betätigung ein Mittel gegen die Gefahren der Umwelt an die Hand gegeben haben.
Wenn wir erreichen, dass sie durch den Sport gegen Alkohol- und Drogensucht sowie Kriminalität geschützt werden können, dann sind alle Arbeit, Mühen und Spenden gut angelegtes Kapital.
In diesem Bemühen, zum einen der Jugend die Möglichkeit sportlicher Betätigung und geselligen Zusammenseins, zum anderen den werktätigen Erwachsenen einen Ausgleich zum Alltagsstress zu bieten, wollen wir auch in den kommenden Jahren weiterarbeiten.
Wir hoffen, dass unsere Bemühungen erkannt und gewürdigt werden. Wir wünschen allen Mitgliedern viel Spaß und Erholung – in Turnhallen, auf dem Sportplatz, beim Wandern und in geselliger Runde.“
Kommen wir nun im Detail auf die einzelnen Abteilungen zu sprechen. Der Chronist hat sie von ihrer Reihenfolge her sortiert – letztendlich ein Sport-Spiegel der Zeit für Rumeln! Konzentrieren wir uns auf das „T“ im Vereinsnamen – also auf das „Turnen“ – eine Sportart, mit der alles begann!
Turnen (seit 1900)
Johann Friedrich Ludwig Christoph Jahn, bekannt als Turnvater Jahn, war ein deutscher Pädagoge, nationalistischer Publizist und Politiker. Er initiierte die deutsche Turnbewegung, die mit der frühen Nationalbewegung verknüpft war, um die deutsche Jugend auf den Kampf gegen die napoleonische Besetzung vorzubereiten. Jahn gilt als Begründer des deutschen Volksturnens, das sich im 19. Jahrhundert über ganz Deutschland verbreitete. Turnen, Sammelbegriff für körperliche Ertüchtigung, zog rasch viele Menschen in seinen Bann. Die entstehende Turnbewegung wurde öffentlich organisiert und entwickelte sich zu einem sozialen Treffpunkt für Jung und Alt aus allen Schichten.
Doch bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war Turnen noch eine Männerdomäne. Kampfgeist und Leistungsstreben galten als „typisch männlich“. Kritiker des Frauensports – besonders unter Sportlern und Funktionären – sahen in „weiblichem Kraftmeiertum“ eine Bedrohung der „natürlichen“ Geschlechterordnung. In dieser Zeit gründeten einige Sportfreunde den Rumelner Turnverein.
Unsere eigentliche Reise durch die Geschichte der Turnabteilung beginnt aber in den Jahren 1946/47 – über die Zeit davor wurde im ersten Teil unserer Vereinsgeschichte bereits ausführlich berichtet.
Der Zweite Weltkrieg hatte das Vereinsleben nahezu zum Erliegen gebracht. Doch mit einem ersten Feldhandballspiel keimte das Pflänzchen „Rumelner Turnverein“ wieder auf.
Und Hilfe ließ nicht lange auf sich warten: Zwei Familien waren es, die zur Wiederbelebung der Turnabteilung maßgeblich beitrugen. Karl Mund mit seiner Familie prägte den sportlichen Bereich, während die Familie Dimmer – Besitzer der Gaststätte „Waldborn“ – Räume und Technik fürs Turnen bereitstellte. Der Saal der Gaststätte entwickelte sich kurzerhand zur Turnhalle und machte den „Waldborn“ zum sportlichen wie gesellschaftlichen Zentrum der Region.
Im Bereich des Kunstturnens der Männer entstand bald der Wunsch nach Wettkämpfen – und dieser wurde auch umgesetzt. Mit gesundem Ehrgeiz trat man gegen benachbarte Vereine an. Unvergessen sind die Begegnungen in Asberg, Moers und Rheinkamp – Orte, in denen Turnlust und Wettkampfgeist ebenso lebendig waren wie in Rumeln.
Doch wer nun glaubt, die Turnabteilung habe ausschließlich aus männlichen Athleten bestanden, der irrt gewaltig!
Auch die Damen mischten kräftig mit: Gymnastikstunden im „Waldborn“, Leichtathletik und sogar Handball – natürlich auf dem Großfeld. Über frühere Vorurteile wie „weibliches Kraftmeiertum“ konnte man jetzt nur noch lachen.
Zeitzeuge Ewald Püttmann erinnert sich:
„Die wenigen Rumelner Bürger fanden ihre Freizeitgestaltung im Turnverein. Man betrachtete sich als große Familie, organisierte alles gemeinsam – und feierte auch gemeinsam. Der Verein war Mittelpunkt aller Freizeitgedanken.“
Wie aktiv und tatkräftig die Abteilung war, zeigte sich 1950 mit der Einweihung des neuen Sportplatzes zum 50-jährigen Jubiläum. Nur dank des persönlichen Einsatzes zahlreicher Mitglieder konnte diese Anlage entstehen.
1955 sollte sich dann als entscheidendes Jahr für die Turnabteilung herausstellen. Ein junger Mann namens Armin Fischer zeigte Interesse am Kunstturnen – und wurde prompt eingeladen, sein Können beim Geräteturnen unter Beweis zu stellen. Staunend musste man es zur Kenntnis nehmen: Die gebotene Leistung war von keinem Rumelner Turner zu erreichen. Doch dann kam Karl Mund – Abteilungsleiter mit Weitblick – und nahm sich des jungen Armin Fischer an. Damit begann eine neue Ära in der Turnabteilung des Rumelner Turnvereins.
Mit Armin Fischer startete 1955 der Neuanfang des Turnens im RTV. Gymnastik und Geräteturnen fanden damals noch im Saal des „Waldborn“ statt. Sonntags wurde draußen vor dem Restaurant geturnt – frische Luft inklusive! Noch im selben Jahr wurde Armin Fischer Gaumeister im Zwölfkampf-Kunstturnen. Starkes Comeback!
Die erste Rumelner Turnhalle wurde 1958 an der Marienfeldschule gebaut. Ab da wurde nicht mehr im Saal oder Freien geturnt, sondern mit Hallenboden unter den Füßen und Dach überm Barren. Ab diesem Zeitpunkt war der RTV über Jahre der erfolgreichste Kunstturnverein im Turngau Moers und im Rheinischen Turnerbund.
Seitdem wurden jährlich Vereinsmeisterschaften für Kinder und Jugendliche veranstaltet. Bei Kreis-, bezirks- und rheinischen Meisterschaften regnete es Medaillen. Und beim Deutschen Turnfest? Seit 1958 kein einziges verpasst! 20 bis 40 Turnerinnen, Turner und Faustballerinnen fuhren regelmäßig mit – echte Dauerbrenner. Auch bei den Landesturnfesten des RTB (zum Beispiel 2000 in Moers) war man selbstverständlich dabei.
Zum jährlichen RTV-Pokalturnen der Jugend kommen Vereine aus nah und fern: OSC Rheinhausen, MSV Duisburg, SV Neukirchen, TV Wanheimerort, TuS Rheinberg, SG Moers – sogar Gäste aus Thüringen (ZSG Waltershausen) geben sich die Ehre.
Die Faustball-Jugend- und Damenmannschaften wurden in dieser Zeit von Mädi Dreier trainiert. Sie spielten viele Jahre erfolgreich in der Rheinland- und Verbandsliga.
Und bei den Deutschen Kunstturnmeisterschaften 1971 in Augsburg erreichte Klaus Groß einen beachtlichen 36. Platz.
Dreimal schaffte es der RTV bis zum Endkampf in Berlin. Sechsmal wurde die Jugend Landesvizemeister. Von 1975 bis 1986 turnte sich eine ganze Riege in die Landesliga: Erich Rapp, Uli Klees, Ingo Seiffen, Klaus Groß, Guido Fischer, Henner Wiechmann, Ulrich Schumann und Wolfgang Schaary. 1977 wurde Guido Fischer mit 14 Jahren Rheinischer Meister – stark! Bei den Norddeutschen Meisterschaften sprang der 10. Platz heraus.
Seitdem gab’s jährlich Pokale. 1984 brillierte der „alte Haudegen“ Armin Fischer beim Bundesalterstreffen in Siegen mit Platz 6 – bei 1600 Teilnehmern!
Seit 1988 nehmen die Schüler am Pokalturnen des MSV teil – mit mehrfachen Siegen.
Bis Ende der 1980er Jahre fand am Himmelfahrtstag eine große Wanderung statt, Abschluss im „Haus Waldborn“ mit 150 bis 200 Leuten – da war Stimmung!
Hinzu kam eine Wandergruppe unter Leitung von Werner und Annelie Stoffels) und eine von Werner Albertini geführte Radfahrergruppe (Leitung: Werner Albertini). Seit den 50er Jahren wuchs die Turnabteilung stetig – zur Jahrtausendwende waren es über 1000 Mitglieder!
Ob Kleinkinder, Mutter-Kind, Mädchen, Jungen, Ehepaare, Diabetiker oder Senioren – für alle gibt es Turngruppen. Auch Aerobic ist dabei! Oft fehlten Hallenzeiten, doch der neue Gymnastikraum im Vereinsheim schuf Erleichterung.
Die Leitung erfolgt stets mit Herz und Hand: Die Chefs der Turnabteilung (nach dem Zweiten Weltkrieg): Karl Mund bis 1968, Armin Fischer von 1968 bis 1978, Werner Stoffels von 1978 bis 1984 und erneut Armin Fischer ab 1985 bis zur Jahrtausendwende.
Die Turnabteilung ist heute spannender denn je. Präsentiert wird ein vielfältiges Kursangebot von Kinderturnen, Geräteturnen, Gesundheitssport über Fitnesskurse bis hin zum Seniorensport. Abteilungsleiterin im Jubiläumsjahr 125 ist Julia Kok. Ab 2009 wurde die Abteilung durch Christina Heth um den Fitnessbereich erweitert, das heißt Bodyforming, Tabata, Tabata auch auf dem Trampolin, Jumping für Erwachsene und Kinder. Auch Yoga ist wieder dabei.
Durch großartig viele Angebote und Kurse in den Sporthallen der Marienfeldschule, der Gerhart-Hauptmann-Schule, der Lise-Meitner-Schule, dem Gymnastikraum oben im Vereinsheim und auf der Platzanlage steigerte sich die Mitgliederzahl im Turnbereich auf etwa tausend Männer und Frauen, Jungen und Mädchen! Immer wieder neue Trainer bringen frischen Wind und spannende Angebote, wie aktuell das Training auf dem Steppbrett. Auch der Rücken-Evergreen Pilates ist zurück, geleitet von einem Trainer, der seine Fortbildung mit Bravour gemeistert hat. Für die Kleinen gibt es jede Menge Angebote, aber auch für die Großen sind Attraktionen dabei! Schon einmal Jumping-Fitness mit Shadow-Boxing ausprobiert?
Interessant: Während damals die Turnabteilung von Männern dominiert wurde, ist sie heute mehrheitlich in weiblicher Hand. Erneut wird sie von einer Frau, Julia Kok, angeführt. Zu Silke Kremer (Geschäftsführung), Andrea König (Kassenwartin) und Vanessa Sehl (Presse) stößt nur ein Mann – Stellvertretender Abteilungsleiter Klaus Lange ist insbesondere für das Digitale Management zuständig. Und der hat, da einige Frauen in den wohlverdienten Ruhestand getreten sind, gleich auch noch fünf Kurse übernommen.
125 Jahre werden gefeiert vom Hauptverein mit einem offiziellen Empfang am 12. September in der Vereinsgaststätte, am 14. September steigt auf der Anlage das Große Familien-Sportfest mit Mitmachaktion und am 20. September gibt es eine Kracher-Party in der Eventlocation Haus Waldborn – da wo einst der RTV angefangen hatte zu turnen…
Handball (seit 1925)
Jetzt zum Handball, einer Sportart mit Geschichte: Bereits 1925 wurde der Ball flach, aber schnell gemacht. Die HSG selbst wurde allerdings erst 1971 gegründet.
Schon gewusst? Handball-Urgesteine wissen es: 1948 und 1949 fanden in Rumeln Handball-Schiedsrichtertagungen mit den 30 besten Unparteiischen Deutschlands statt – samt revolutionärem Regelwerk! Das neue Spielsystem im Feldhandball (30-m-Abseitslinie – oder besser: kein Abseits mehr!) wurde im Spiel Rumeln gegen Kaldenhausen getestet – und später deutschlandweit eingeführt. Aus dem kleinen Ort kam also große Bedeutung!
Laut Chronik begann alles im Oktober 1925 mit zwei Turner-Teams und einer Jugendmannschaft. Das erste Spiel gegen den TV Kapellen am 15. November 1925 ging 13:1 verloren – aber die Moral war stark. 1928/29 war man dann Bezirksmeister. Der Sprung war gemacht.
1945 schlossen sich die Sportvereine zum Kreissportverband Moers zusammen. 1947/48 wurde der RTV Gauklassensieger, und nach den Aufstiegsspielen war Rumeln plötzlich Oberliga – die höchste deutsche Spielklasse! Nach einem sensationellen Sieg gegen den damaligen Deutschen Meister RSV Mülheim war klar: Ja, Rumeln konnte Handball – und wie!
Nach der 50-Jahr-Feier gab es über mehrere Jahre sportlich hier wie da einen kleinen Durchhänger (Ausnahme: die Turner um Oberturnwart Karl Mund und Männerturnwart Armin Fischer). Die Handballmannschaft schrammte 1950/51 nur hauchdünn an der Teilnahme zur Westdeutschen Handball-Meisterschaft vorbei.
Es folgten noch einige vorzeigbare Ergebnisse, dann aber ging es stetig bergab. Zu guter Letzt blieb für die Handball-Verantwortlichen des RTV nur noch der Blick über den Zaun – was hat der Nachbar? Am 5. April 1971 gründeten der TV Vennikel und der Rumelner TV unter Vorsitz von Ewald Puhle die „Handballsportgemeinschaft“. Am 1. Juli 1990 kam der TV Kaldenhausen dazu. Die HSG Ve-Ru-Ka war komplett.
Wer war dabei? Der Vorstand 1974 bestand aus Ewald Puhle (1. Vorsitzender), Karl Puchala (2. Vorsitzender), Dieter Schmitz (Geschäftsführer), Helga Biefang (Kassenwartin), Jürgen Phlipsen (Jugendwart), Gustav Biefang (Sportwart).
2000 trugen die Verantwortung als HSG-Vorstandsteam Herbert Dickel (1. Vorsitzender), Volker Pingen (2. Vorsitzender), Peter Balsliemke (Spielwart Männer), Melanie Mehlig (Spielwartin Frauen), Brigitte Schütze, Ingo Schulz (Jugendwarte), Klaus Ziegenhagel (1. Geschäftsführer), Monika Reimann (2. Geschäftsführerin), Hannelore Phlipsen (1. Kassenwartin) und Jochen Esser (2. Kassenwart).
Jetzt, 2025, sind im Einsatz für den Handball Herbert Dickel (1. Vorsitzender), Andrea Gottschalk (2. Vorsitzende), David Nitschke (Spielwart, Geschäftsführer), Sabrina Schütze, Finn-Luca Siebert (Jugendwartin) und Gabi Rouland (Kassenwartin).
Zurück zu den Anfängen der HSG! Die Führungsmannschaft um Ewald Puhle schaute weit über den Tellerrand hinaus und verpflichtete mit “HaDe” Schmitz einen Handballexperten, der völlig neue Wege ging. Spielgestalter der damaligen HSG war Karl Puchala. Alte HSG’er erinnern sich noch gerne an das denkwürdige Spiel im Sportzentrum Rheinkamp, als die Spitzenmannschaft, Merkur Kleve, vor ausverkauftem Haus geschlagen wurde. Star des Gegners war übrigens ein gewisser Reinhard van der Heusen, der seinen Weg unter anderem über TuSEM Essen und die Nationalmannschaft machte, ehe er auf Bitte von Herbert Dickel seine Zelte bei der HSG aufschlug.
Vereinstreue wird bei der HSG gelebt. Es ist unmöglich an dieser Stelle, alle Namen von ehemaligen Spielern aufzuzählen, die nach Jahren der sportlichen Wanderschaft zurück in ihre Heimat fanden. Hier sei stellvertretend der amtierende und engagierte HSG-Chef Herbert Dickel genannt, der sich unter der Regie von “HaDe” Schmitz bei TuSEM Essen sportlich entwickelte und mit so bekannten Handballgrößen wie Alfreð Gíslason (seit 2020 Trainer der Deutschen Handball-Nationalmannschaft), Reinhard “Nurmi” van der Heusen und Thomas Happe (beides Nationalspieler) in den 80er Jahren in der Bundesliga spielte. In welcher Halle er auch spielte, ob in Barcelona oder in Großwallstadt, seine Heimat blieb immer die HSG. Sportlich musste die HSG durch ein Wellental gehen.
In den 90er Jahren stand die erste Mannschaft wieder einmal am Scheideweg. Nach dem Durchmarsch von der Bezirksliga, über die Landesliga bis hinauf in die Verbandsliga, in der das Team im ersten Jahr der Zugehörigkeit eine große Rolle spielte, setzte der sportliche Niedergang ein. Die Mannschaft hatte nicht mehr die Kraft, den Abstieg zu verhindern. Ein Neuanfang unter Trainer Ludger Jonischeit wurde gemacht.
Dass in der Spielzeit 2025/2026 erstmals die 1. Männer- als auch die 1. Frauenmannschaft in der Oberliga spielen, ist alles andere als selbstverständlich. Blicken wir 15 Jahre zurück! Die Männer spielen munter in der Verbandsliga, bis 2012 der Abstieg in die Landes- und 2013 in die Bezirksliga bittere Realität wird. Dann tritt Trainer Peter Wiedemann in Aktion. 2014 gelingt der sofortige Wiederaufstieg in die Landesliga, zwei Jahre später in die Verbandsliga. Nach fünf Jahren ist für das Kaldenhausener Urgestein Schicht im Schacht, Mirko Szymanowicz übernimmt. Nach fünf konzentrierten Spielzeiten als Spieler/Spielertrainer ist das kleine Wunder perfekt: Der ewige Fünftligist mit Ausflügen nach unten wirft ab 2024/2025 in der Oberliga.
Das haben erstmals auch die Frauen geschafft. Auch ihr Weg dahin war ein langer. Seit Mitte 2010 in der Landesliga geradezu einbetoniert, gelingt 2024 der Sprung in die Verbandsliga, dem ein atemberaubender Siegeszug ohne Niederlage folgt – ab 2025/2026 wartet die bärenstarke Oberliga auf die Frauen um Coach Gunnar Müller. Ehre, wem Ehre gebührt. Die starken Platzierungen in der Landesliga sind verbunden mit Trainer Sebastian Wanders, der Aufstieg in die Verbandsliga mit Dirk Ostermann und das Superjahr plus Aufstieg in die Oberliga mit eben Gunnar Müller.
Egal aus welcher Richtung der Wind weht – bei der HSG wird Handball auch weiterhin mit Leidenschaft gespielt. Dafür steht die gesamte „Mannschaft“ – rund um den unermüdlichen Vorsitzenden Herbert Dickel!
Leichtathletik (seit 1960)
Bereits vor der offiziellen Gründung einer eigenen Abteilung war die Leichtathletik ein fester Bestandteil des RTV. 1960 war es dann so weit:
Unter der Leitung von Willi Grapatin nahm die eigenständige Abteilung ihre Arbeit auf. Unterstützt wurde er dabei von Peter Leimkühler und Heinrich Kohlenbrander – beide mit Herzblut für den Sport.
Ein paar Highlights aus der bewegten Abteilungsgeschichte:
1960–1964: Das erste Training übertrifft mit mehr als 100 Kindern alle Erwartungen. 1964 fordert der RTV erstmals eine wettkampfgerechte Anlage – der Grundstein für ambitionierte Ziele ist gelegt.
1965–1967: Die Sportabzeichen-Abnahmen werden etabliert. Mit Trainer Horst Henrich erlebt der Sprintbereich einen deutlichen Aufschwung.
1968–1971: Der RTV organisiert erstmals einen großen Volkslauf. Elf Athleten qualifizieren sich für die Deutschen Jugendmeisterschaften, Brigitte Koczelnik läuft bei der EM in Paris.
1972–1974: Zwei Vizemeisterinnen und Platz 3 in der Staffel – die Leistungen steigen stetig.
1975–1978: RTV-Leichtathletik wird Teil des Leichtathletikkreises Duisburg-Mülheim. Das nationale Schüler- und Jugendsportfest feiert große Erfolge.
1979–1985: Neue Talente wie Kirsten Behmer und Carsten Lutzer glänzen. Gisela Ahlemeyer bringt neue Impulse in die Nachwuchsarbeit.
1986–1990: Sprinttalent Stefan Terlinden sorgt für Furore. Auch Mehrkämpfer wie Peter Stemmer glänzen. Die Schüler-Mädchengruppe macht sich einen Namen.
1991–1993: Der Austausch mit ungarischen Athleten beginnt. Claudia Angerhausen wird in den DLV-Kader aufgenommen.
1994: Das bisher erfolgreichste Jahr – Claudia Angerhausen wird Deutsche Jugendmeisterin (400 m) und gewinnt Bronze bei der Junioren-WM. Sabrina Mulrain wird Sechste bei der B-Jugend-DM.
1995–1997: Sabrina Mulrain wird Deutsche Jugendmeisterin und feiert 1997 den Doppeltitel bei der Junioren-EM. Claudia Angerhausen glänzt mit Silber und Bronze bei der U23-EM.
1998: Sabrina Mulrain erreicht das EM-Finale der Frauen (6. Platz) und wird „Duisburger Sportlerin des Jahres“. Sie wird in den Olympiakader berufen.
1999–2000: Weitere internationale Topplatzierungen für Sabrina Mulrain. Sie wird Zweite beim Europa-Cup und bereitet sich auf die Olympischen Spiele in Sydney vor.
Viele Erfolge sind seit den 90er Jahren auch mit Harald Richter verbunden, der die Abteilung seitdem mit großer Leidenschaft führt. Fassen wir nunmehr zusammen, was die Richter-Group im letzten Vierteljahrhundert hervorgebracht hat.
Mit dem Ausscheiden von Gisela Ahlemeyer als Trainerin löste sich 2001 die Top-Athletengruppe in der Frauen-Leichtathletik auf. Dafür entwickelten sich der Schülerbereich (Trainer Wilfried Messing) und das Jugendfeld (Trainer Dietmar Schulz) blendend. In den Bestenlisten (Kreis, LVN) taucht der RTV immer wieder auf.
2002: Mehr als erfolgreich spiegelt sich die Bilanz der RTV-Abteilung in der deutschen Bestenliste (Top 50) wider. Einen absolut hochkarätigen Leistungsnachweis lieferten dabei die wurfstarken Mädchen in der Speerwurfdisziplin ab. Bei den Landesmeisterschaften Nordrhein belegten Tatjana Wolter den 1. (Deutsche Bestenliste Rang 7), Katrin Lipowski den 3. und Annemarie Messing den 4. Platz – das Trio, ein kleines Wurf-Wunder.
2003: Katrin Lipowski konnte bei den Deutschen Mehrkampfmeisterschaften im Siebenkampf den neunten Platz belegen. Auch die 4 x 100 m-Juniorenstaffel startete bei den Deutschen Meisterschaften.
2004: Hier ist zu nennen Klaus Lengfeld, der bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften über 200 m den 4. Platz holte. Bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften schaffte er über 200 m Rang drei und mit der 4 x 100 m-Hochschulstaffel Position zwei. Bei den Nordrheinmeisterschaften konnten sich Silja Steinkamp im 80 m-Hürdenlauf und Stephanie Schönfeld im Hochsprung jeweils über den Vizetitel freuen.
2005: Jetzt zeigte sich, was jahrelanges Training bedeutet. Nach Normerfüllung waren gleich fünf RTV-Asse bei Deutschen Meisterschaften startberechtigt: Ann-Christin Wollenweber, Silja Steinkampf, Tatjana Wolter, Katrin Lipowski und Klaus Lengfeld. Top die Vize-B-Jugendmeisterin im Speerwurf mit dem besten Wurf ihrer bisherigen Laufbahn – Tatjana Wolter haut 44,33 m aus dem Sportgerät.
2006: Auf diese Namen ist Verlass. Silja Steinkamp gewinnt bei der Ruhr-Olympiade den 100 m-Hürdenlauf, Ann-Christin Wollenweber belegt den 6. Platz bei den Deutschen Schülermeisterschaften im Blockwettkampf Wurf und Tatjana Wolter wird in ihrer Paradedisziplin Speerwurf bei den Nordrhein-Winterwurfmeisterschaften in der A-Jugend Erste.
2007: Hannah Rosenbach wurde bei den Nordrheinschülermeisterschaften Beste im Siebenkampf und war mit ihren Leistungen in der Deutschen Bestenliste vertreten. Wie jedes Jahr beweisen die Sportabzeichen-Gruppe, die Walking-Crew oder die Langlauf-Gemeinschaft, dass in der RTV-Leichtathletikabteilung stets Wert auf Breitensport gelegt wird.
2008: Die Schüler- und Schülerinnen-Gruppe weist mittlerweile gute Erfolge vor. Mit Tamara Lauer und Florian Lanz werden in den Wurfdisziplinen und mit Julian Werner im Laufbereich hervorragende Leistungen erzielt. Bei den Seniorinnen tut sich Kirsten Meier hervor, die in ihrer Disziplin Diskuswerfen bei den Deutschen Seniorenmeisterschaften in der Halle und in der Freiluft startete und jeweils weit vorne landete.
2009: In der Deutschen Bestenliste sind die Athletinnen Sonja Beba mit Platz 14 im 3000 m-Hindernislauf, Silja Steinkamp mit Platz 20 im 100 m-Hürdenlauf, Hannah Rosenbach mit Platz 10 im Siebenkampf und Tamara Lauer mit Platz 17 im Speerwurf vertreten. Bei den Frauen tut sich Sonja Beba hervor, die in ihren Langlaufdisziplinen jeweils vordere Plätze belegt.
2010: Ein ähnliches Bild wie 2009! In den Bestenlisten sehen wir die Athletinnen Sonja Beba mit Platz 7 im 3000 m-Hindernislauf (10:42,83 min), Silja Steinkamp mit Platz 30 im 100 m-Hürdenlauf (14,30 sec), Hannah Rosenbach mit Platz 17 im Siebenkampf (4823 Punkte) und Tamara Lauer mit Platz 17 im Speerwurf (42,83 m).
Bis 2015 tun sich aus verschiedenen Gründen keine Namen hervor, doch dann ist als einziger Athlet des Rumelner TV Robin Küppers mit seiner Leistung im 10-Kampf auf Platz 28 In der DLV-Bestenliste vertreten.
2016: Sprinterin Annamaria Friedrich nimmt erneut an den Deutschen Seniorenmeisterschaften teil und belegt sowohl über 100 als auch 200 m in der AK W35 den 7. Platz. Sie wird zudem Nordrheinmeisterin über 100 m und Vizemeisterin über 200 m. Klaus Gast wird bei diesen Meisterschaften über 800 m Vierter in der AK M50.
2017: Bei den Deutschen Mehrkampfmeisterschaften ging Robin Küppers im Zehnkampf an den Start und wird beachtlicher Elfter. Bei den Nordrhein-Seniorenmeisterschaften wird Kirsten Meier in der AK 35 im Diskuswurf Erste, Annamaria Friedrich gewinnt den 100 m Lauf und im 200 m Lauf wird sie Zweite.
2018: Ein Blick auf die LA-Arena! Nachdem die Stabhochsprunganlage materiell aufgebessert werden konnte, ist Anfang des Jahres 2018 die Hochsprunganlage erneuert worden. Für die Rundbahn wird ein neuer Aschebelag aufgebracht, die Sanierung der Kunststoffbahn ist ein Projekt.
Bis 2021 kommt der Betrieb aufgrund der Corona Pandemie vollständig zum Erliegen. Die Abteilung betrauert Ende 2021 den Tod ihrer verdienstvollen Trainerin Gisela Ahlemeyer.
Das sportliche Jahr 2022 war fast wieder ein „normales“ Sportjahr. Auch wenn die Aktiven nur an wenigen Wettkämpfen teilgenommen haben, gelangen Erfolge. Gleich dreifach in die Deutsche-Leichtathletik Bestenliste schaffte es Annamaria Friedrich in der Altersklasse W40, als zehntbeste Diskuswerferin in der Altersklasse W40 steht Kirsten Meier in der DLV Bestenliste. Beide Athletinnen platzieren sich in der LVN-Bestenliste auf Platz 1.
2023: Bei den Deutschen Seniorenmeisterschaften starteten und belegten hervorragende Plätze Kirsten Meier, Wolfgang Beba und Annamaria Friedrich.
2024: Besonders hervorzuheben ist Diskuswerferin Kirsten Meier, die in ihrer Altersklasse bereits seit Jahren zur deutschen Spitze zählt. Mit ihrer Bestweite von 30,66 m rangiert sie bundesweit auf Platz vier. Ehre für den RTV legen ein Sebastian Albrecht (Diskus, Kugel), Timo Küppers (100 m, 200 m) und Alex Lüthe (200 m). Letztere bilden mit Oliver Wiedelbach und Justin Neubauer eine fast unschlagbare 4 x 100 m-Staffel.
2025: Was muss im Jubiläumsjahr gesagt werden? Da wäre ganz, ganz vorne die Personalie Harald Richter. Seit über 30 Jahren führt er engagiert, umsichtig und zielführend die Leichtathletikabteilung, die aktuell 250 Mitglieder zählt und die von zwölf exzellenten Trainerinnen und Trainern auf Trab gehalten wird. In der Breite nach wie vor im Angebot: Trainingsgruppen für jedes Alter, Sportabzeichen-Gruppe und Langlauf-Gemeinschaft.
Schwimmen (seit 1968):
In der Chronologie der offiziellen Fachabteilungen des RTV belegen die Schwimmer den vierten Platz. 1968 fanden sich einige Kinder rund um Wolfgang Meter zusammen und nahmen gemeinsam an ihrem ersten Wettkampf in Moers teil – die Geburtsstunde der Schwimmabteilung.
Von da an ging es los: Wolfgang Meter, unterstützt von Frau Keusen und Max Schröter, fuhr mit den Kindern zu Wettkämpfen – mit Bus, Bahn oder Privatwagen. Schon damals wurden beachtliche Erfolge erzielt. Die Trainingsbedingungen verbesserten sich spürbar, als in Rumeln an der Rathausallee das Hallenbad gebaut und 1972 eröffnet wurde. Kurz darauf trat die Abteilung offiziell dem Deutschen Schwimm-Verband (DSV) bei.
1973 wurde dann die erste Vereinsmeisterschaft ausgetragen – der Titel ging an Uwe Braun. Ihm folgten 1974 Manfred Fuchs und 1975 Rainer Sturm. In den Jahren 1976 und 1977 fand keine Vereinsmeisterschaft statt – es war eine Phase des Umbruchs. Willi Kohnen, zunächst selbst aktiver Schwimmer, wurde zum neuen Abteilungsleiter aufgebaut. Mit ihm wuchs die Abteilung stetig – Ende der 90er Jahre zählte sie über 450 Mitglieder.
Im Laufe der Jahre standen immer wieder engagierte Eltern zur Seite – ohne sie wäre die Abteilung nicht das, was sie denn auch war. Zu nennen sind etwa Hannelore Meyer, die später mit ihrer Familie zurück in ihre ostdeutsche Heimat zog, oder Thomas Amano, der beruflich nach Köln wechselte. Auch Jörg Zingraf war dabei.
1980 bis 1985 dominierte Bodo Breitkopf die Vereinsmeisterschaften, dicht gefolgt von Dirk Daniels – beide blieben bis zur Jahrtausendwende aktiv: Daniels als Sportlicher Leiter, Breitkopf als Trainer.
Um 1982 wurde eine Frauengruppe für Wassergymnastik ins Leben gerufen, die sich dienstagabends traf – liebevoll „gequält“ von Helga Wedekind.
Christa Riedel, die die Geschichte der Abteilung zusammentrug, erzählt im Jahr 2000:
„1982 zog ich mit meiner Familie nach Rumeln, 1986 traten wir dem RTV bei. Zuerst wurde mein Mann Peter als Trainer aktiv, später ich als Kassiererin – seit rund neun Jahren leite ich nun die Abteilung.“
Willi Kohnen war bis Mitte der 90er Sportlicher Leiter, danach übernahm Dirk Daniels. Zwischenzeitlich leitete auch Jürgen Schütz die Abteilung – mit Unterstützung von Kohnen.
Christa Riede war 1999 noch voller Hoffnung, wiewohl ihr irgendwie Übles schwante: „Ich hoffe, unser Hallenbad bleibt uns noch lange erhalten – und dass sich auch künftig immer wieder Freiwillige finden. Vielleicht feiern wir dann auch irgendwann unser 100-jähriges!“
Schon im Juni 2000 wurde diese Hoffnung auf die Probe gestellt: Ein von der Stadt beauftragtes Bäderkonzept sah die Schließung des Bades an der Rathausallee vor. Eine parteiübergreifende „Koalition der Vernunft“ aus CDU und SPD setzt sich engagiert für den Erhalt der Wasserfläche ein.
Die Mitglieder der Schwimmabteilung tummelten sich zu Beginn der 2000er noch im Rumelner Hallenbad. Die Abteilung übernahm die Leitung und Beaufsichtigung des Hallenbads. Personalkosten sparte die Stadt so ein, es blieben nur die Energiekosten. Neben den Schwimmkursen bot die Abteilung allen Vereinsmitgliedern öffentliche Schwimmzeiten an, was ihr einen regen Mitgliederzuwachs bescherte.
Nach einem heftigen Schneefall im Winter 2009/2010 wurde das Hallenbad im Januar 2010 umgehend geschlossen. Das Dach konnte die Schneelast nicht tragen, es war einsturzgefährdet! Von heute auf morgen standen die Wasserfreunde mit den Kursen buchstäblich auf der Straße. Mit Mühe konnte der Trainingsbetrieb aufrechterhalten werden. Unterstützung kam vom SV Rheinhausen im Hallenbad Rheinhausen. Noch immer trauern viele „alte“ Mitglieder dem Rumelner Hallenbad nach. Sie erinnern sich gerne an stimmungsvolle Weihnachts- oder auch turbulente Karnevalsfeiern.
Einschub: Das 2010 geschlossene Hallenbad wurde 2014 mit der benachbarten Turnhalle abgerissen. Auf der Fläche entstand ein großer REWE-Markt, der 2015 eröffnet wurde.
Am 16. Juli 2010 wurde offiziell das Toepperbad eröffnet, in dem die Schwimmabteilung eine neue Heimat fand. Durch diese wirren Zeiten führten großartige engagierte Abteilungsleiter und -leiterinnen. Einige mussten leider aus persönlichen Gründen, wie Umzug, Krankheit oder Job, die Leitung nach recht kurzer Zeit wieder abgeben:
Christa Riedel (1999 bis 2006), Anja Kreutzmann-Daniels (2007 bis 2014), Dirk Daniels (2015), Arndt Mothes (2016 bis 2017), Martin Adjodani (2018 bis 11/2021), Florian Klages (11/2021 bis heute).
Die Zahl der aktiven Mitglieder der Schwimmabteilung lag im Schnitt bei 220 bis 240, ausgenommen die Jahre, in denen die Abteilung das alte Bad führte.
Heute bietet die Schwimmabteilung fünf Seepferdchen-Kurse, vier Bronze-Kurse, zwei Leistungsgruppen und zwei Wassergymnastik-Gruppen an. Diese werden von zehn engagierten Trainern und Trainerinnen sowie einigen Elternhelfern betreut. Besonders die jungen Trainerinnen machen die Leitung stolz. Sie kommen aus eigenen Reihen!
Die sehr familiäre Abteilung ist immer bemüht, den Kindern neben dem Training auch gemeinschaftliche Erlebnisse zu vermitteln.
So gab es 2022 ein großes Sommerfest für alle Mitglieder. 2023 ging es mit einem voll besetzten Bus zum Bubenheimer Spieleland in Nörvenig. Letztes Jahr im September 2024 war an einem Wochenende an der Beachvolleyball-Anlage am Toeppersee Zelten angesagt.
Volleyball (seit 1971):
Die Chronik der Volleyballabteilung wurde bis 2000 von Harald Protte zusammengestellt – und sie erzählt von einer Abteilung, die Erstaunliches geleistet hat.
Die ersten Volleyball-Versuche beim RTV begannen Ende der 60er Jahre in der sogenannten Freitagstruppe von Armin Fischer. Dort wollten sich Herbert Heyen, Heinrich „Bubi“ Wilmschen, Fritz Gläser, Helmut Gentner und andere nicht länger nur mit Gymnastik begnügen – und versuchten sich stattdessen in Faust- und Volleyball. Der Spaß am Spiel war groß, und so nahm man ab 1971 erfolgreich am Spielbetrieb teil. Auch der Damenbereich war von Beginn an stark vertreten – mit Spielerinnen wie Danny van de Loh, Gisela und Hannelore Hollje, Roselis Garbatzki, Ute Knittel und vielen mehr. Trainiert wurde das Team von Herbert Heyen, später unter anderem von Udo Jeschke.
Nach der Gründung einer eigenen Abteilung übernahm Herbert Heyen die Leitung – bis 1988. Er war auch lange als Trainer im Damen- und Jugendbereich aktiv. Seine ersten Schützlinge: Hans-Gerd Schrooten, Manni Kreutzer und Jürgen Zemke. Später folgten Bernd Fitscher und Peter Herrmann als Trainer. Unterstützt wurde Heyen unter anderem von Wolfgang Büschken, Frank Bauhaus, Gisela Hollje und Kurt Jakob, der 1973 zur Abteilung stieß – zunächst als Spieler, dann als Trainer der Herren I/II.
Zu dieser Zeit spielte die erste Herrenmannschaft mit den Gebrüdern Mols, Bernd Fitscher, Jürgen Gesick und Peter Herrmann – 1974 gelang der Aufstieg in die Bezirksliga. Nach einem kurzen Abstieg folgte 1980 der Wiederaufstieg – mit Spielern wie Martin Dolle, Roland Matzke, Jörg Oltmann und Frank Gatz. Dann ging es weiter in die Landesliga und 1986 sogar in die Verbandsliga – mit Peter Kaiser, Peter Herrmann und Thomas Specht.
Die Damenmannschaft – betreut von Herbert Heyen – spielte in der Kreisliga, unter anderem mit Susanne Reimann, Marianne Dolle und Melanie Stoffels. Im Jugendbereich übernahm Freddie Gies die A/B-Jugend.
Auch die Abteilungsleitung wechselte: Kurt Jakob folgte auf den langjährigen Leiter Herbert Heyen. Unter Trainer Norbert Koberg etablierte sich die Herrenmannschaft in der Verbandsliga – mehrfach wurde der Aufstieg in die Oberliga nur knapp verpasst. Leistungsträger in dieser Zeit waren Thomas Fatheuer, Theo Leenen und Wilfried van Meegen. Sogar ein Jugendländerspiel Deutschland gegen Holland wurde ausgerichtet.
1992 war es dann so weit: Unter Spielertrainer Eckhard Otto stieg die Mannschaft in die Oberliga auf – mit Spielern wie Helmut Will, Michael Schopmann und Dirk Szutarski. Ein Jahr später gelang der sensationelle Durchmarsch in die Regionalliga – mit Jochen Kelleter, Manfred Smaniotto und Uwe Harzheim.
Auch die Damen sorgten für Aufsehen: Die erste Mannschaft um Elke Reinhard, Sandra Büschken und Evelyn Buchner, trainiert von Martin Kittner, spielte stark auf. Die männliche E-Jugend, betreut von Eckhard Kunze, wurde westdeutscher Vizemeister.
1994 startete das nächste große Projekt: Mit starker Unterstützung der Abteilung wurde das Liptonice Beach-Volleyball Masters im Freibad Toeppersee ausgerichtet. Direkt im Anschluss begann der Bau einer Beachvolleyball-Arena, die 1996 mit dem Mum-Beach-Cup eingeweiht wurde – samt Trainingsspiel gegen Australiens Nationalteam.
In der Halle gelang 1997 der Aufstieg in die 2. Bundesliga unter Trainer Olaf Klose – mit Spielern wie Sven Dörendahl, Oliver Henneken und dem RTV-Urgestein Kalle Will. 1998 belegte das Team mit Markus Pukownik, Markus Lensing und Markus Möbest als bester Aufsteiger Platz 7 in der 2. Bundesliga.
Harald Protte resümiert 2000: „Nach einigen Turbulenzen ist unsere Abteilung wieder in ruhigem Fahrwasser. Mit frischem Wind im Vorstand wagen wir im Hallen- und Beachbereich den Neustart. Die Oberliga-Herren werden in der kommenden Saison maßgeblich von Spielern getragen, die zuvor bei den Deutschen B-Jugendmeisterschaften den besten Platz in der Vereinsgeschichte erreichten – Platz 7! Viele spannende Konzepte sollen in den kommenden Jahren auch im Damen-, Jugend- und Freizeitbereich für ein ausgewogenes und attraktives Sportangebot sorgen.“
Und genau das geschah denn auch. Versuchen wir, die vielen Momente bis heute aufzuschreiben:
Bis 2005 führte Kurt Jakob die kleine, aber feine Abteilung, bis 2009 übernahm der verdienstvolle Harald Protte – und wieder vier Jahre, also bis 2013, stand der ehemalige Spieler Roland Matzke den Netz-Baggerern vor. Bis heute leitet Wolfgang Büschken die momentan 240 Mitglieder zählende Abteilung.
Nach wie vor setzen die RTV-Volleyball-Teams Zeichen. In der Halle kämpfen jeweils fünf Erwachsenen-Formationen und fünf Jugend-Mannschaften um Satz und Sieg. Und wie bei den Handballern tummeln sich auch bei den Volleyballern sowohl die Männer I als auch die Frauen I in der Oberliga! Eine besondere Delikatesse sind im Beachvolleyball die Jugend-, Erwachsenen- und Seniorenteams, die durch die Bank weg auf internationaler, nationaler und regionaler Ebene spielen.
Nicht mit Erfolgen geizte die Abteilung, die über Jahre „das“ Ballsport-Aushängeschild des Vereins war. Drei Jahre lang spielten die Männer von Trainer Freddy Gies in der 2. Bundesliga (2011 bis 2014) und gewannen 2013 den Westdeutschen Pokal. Wichtig zu wissen: Der Ausstieg aus der 2. Bundesliga erfolgte freiwillig-unfreiwillig, da die finanzielle Belastung für den Gesamtverein zu groß wurde.
Und es hagelte im letzten Vierteljahrhundert weitere Titel und Auszeichnungen: In der Halle heimste die Jugend männlich zwei Deutsche Jugendmeistertitel und vier weitere Medaillen sowie 13 Westdeutsche Meistertitel ein.
Hammerergebnisse auf Sand: Die Beach-Jugend männlich sicherte sich Silber bei der Jugend-EM und einen 5. Platz bei der Junioren-WM. Dazu räumte sie vier Deutsche Meistertitel und sieben weitere DM-Medaillen sowie 14 Westdeutsche Meistertitel ab. Die Beach-Senioren standen da den Jungs mit acht Deutschen Meistertiteln und zehn weiteren DM-Medaillen nicht viel nach.
Spaß macht Beachvolleyball beim RTV allemal. Der Neu- und Erweiterungsbau am Toeppersee macht die Beachanlage schon allein zu einem Hingucker. Denn als von 2008 bis 2010 das neue Hallenbad am Toeppersee gebaut wurde, musste die alte Anlage weichen und mit einem sechsstelligen Zuschuss der Stadt Duisburg etwas weiter neu errichtet werden. Freddy Gies erinnert sich noch an die Hilfe von Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland, der dem Projekt mehr als aufgeschlossen gegenüberstand und der insbesondere den enormen Einsatz der Volleyballer für eben ihre Anlage wiederholt belobigte.
Basketball (seit 1972)
Die Basketball-Abteilung des Rumelner Turnvereins wurde 1972 gegründet – zu einer Zeit, als ein Superstar wie Michael Jordan noch nicht einmal am Horizont erschien.
Mit der Fertigstellung der Sporthalle „Im Kirchfeld“ konnte der Spielbetrieb aufgenommen werden. Die Halle bot ein großes Spielfeld sowie sechs zusätzliche Übungskörbe an den Seitenwänden. Zur Erstausstattung gehörten stolze 40 Basketbälle.
1973: Schon im ersten Jahr zahlte sich die engagierte Jugendarbeit aus. Die Mini-Basketballer erreichten die Endrunde der Westdeutschen Meisterschaft und unterlagen erst dort dem Bundesliga-Nachwuchs aus Hagen.
1974–1978: Die Förderung des Nachwuchses in Schülersportgemeinschaften und im Rumelner TV wurde konsequent ausgebaut. Bemerkenswert: Rumeln stellte die jüngsten C-Schiedsrichter des Basketballkreises. Grundschüler wurden spielerisch an Basketball herangeführt, ältere Jugendliche zu engagierten Übungsleitern ausgebildet.
1979–1981: Bei den Stadtmeisterschaften räumten sowohl Jugend- als auch Seniorenmannschaften kräftig ab. Die A-Jugend erreichte die Zwischenrunde der Westdeutschen Jugendmeisterschaft. Ein Highlight: Die weibliche D-Jugend gewann die Westdeutsche Meisterschaft. Auch die Herrenmannschaft stieg in die Landesliga auf.
1982: Ein erfolgreiches Jahr, erneut geprägt von starker Jugendarbeit. Mehrere Jugendteams wurden Kreismeister. Die weibliche C-Jugend setzte sich gegen renommierte Vereine wie Hagen und Leverkusen durch und sicherte sich den Westdeutschen Meistertitel.
1983: Die Gemeinschaftshauptschule „Im Kirchfeld“ erhielt eine Ehrengabe des Westdeutschen Basketballverbandes für ihre vorbildliche Schulbasketball-Arbeit und die rege Teilnahme an „Jugend trainiert für Olympia“.
1984–1988: Die Schließung der Hauptschule „Im Kirchfeld“ zeigte deutlich: Ohne engagierten Schulbasketball ist auch die kontinuierliche Vereinsarbeit schwer aufrechtzuerhalten. Das traf insbesondere den Jugendbereich und in Folge auch die Seniorenmannschaften.
1989–1992: Durch neue Breitensportaktionen an den Schulen kehrte das Interesse am Basketball zurück. Spieltreffs mit den Grundschulen und Basketball-AGs am Albert-Einstein-Gymnasium fanden großen Zuspruch. Die Früchte: Die männliche A-Jugend gewann die Niederrheinmeisterschaft, RTV-Minis erreichten auf Anhieb das Endspiel des Kreispokals.
1993–1997: Die konsequente Jugendarbeit trug weiter Früchte: Mehrere Teams nahmen an den Westdeutschen Meisterschaften teil.
1998: Die männliche D-Jugend qualifizierte sich nach dem Kreismeistertitel für die Zwischenrunde der Westdeutschen Meisterschaft. Der „Förderkreis Schüler- und Jugendbasketball Rumeln-Kaldenhausen“ wurde gegründet – mit dem Ziel, diese erfolgreiche Nachwuchsarbeit langfristig zu unterstützen.
1999: Endlich! Nach zwei Anläufen gelang der Damenmannschaft der Aufstieg in die Landesliga. Damit stellte der RTV die höchstklassigen Basketballteams in Duisburg – das Ergebnis kontinuierlicher, ortsnaher und leistungsorientierter Jugendarbeit. Zudem wurden in Kooperation mit allen Rumelner Grundschulen Mini-Basketballgruppen gegründet, an denen rund 50 Kinder teilnahmen.
Seit dem 1. Juni 2012 organisiert sich der Basketball über die Vereinsgrenzen hinweg. Die damals gegründete „BG Duisburg-West“ war die Spielgemeinschaft der Vereine Homberger TV, VfL Rheinhausen und Rumelner TV. Die „BG Niederrhein“, also die Basketballspielgemeinschaft Niederrhein, ist seit dem 1. Mai 2025 die Nachfolgerin der BG Duisburg-West, da sich mit dem Moerser TV ein vierter Verein dem Verbund anschloss. Dieser summiert sich auf knapp 400 Mitglieder, davon hat die RTV-Basketballabteilung etwa 80. Durch den Zusammenschluss ergeben sich vor allem im Jugendbereich neue Perspektiven. Mehrere zusätzliche Teams können gemeldet werden, wodurch die Chancen steigen, künftig wieder in höheren Ligen vertreten zu sein. Der Zusammenschluss bringt nicht nur sportliches Potenzial, sondern auch organisatorische Veränderungen mit sich. Die RTV-Korbwerfer blicken gespannt auf die kommende Saison und freuen sich auf eine erfolgreiche Zukunft in der neuen BG!
Denn umfangreich sind die für die Saison 2025/2026 gemeldeten insgesamt 18 Mannschaften: U10.1 – U10.4 (4 Teams U10), U12.1 – U12.3 (3 Teams U12), U14.1 – U14.3 (3 Teams U14), U16.1 und U16.2 (2 Teams U16), U18.1 und U18.2 (2 Teams U18), Damen 1 und Damen 2 (Oberliga und Bezirksliga) sowie Herren 1 und Herren 2 (Landesliga und Bezirksliga).
Höhepunkte in den vergangenen Jahren waren sicherlich die NRW Streetbasketballtour-Spieltage. Insgesamt war die Tour sechs Mal zu Gast in Rumeln, zuletzt am 1. Juli 2025. Der RTV war in Kooperation mit dem Albert-Einstein-Gymnasium Ausrichter dieser Spieltage, die jeweils auf dem Gelände des AEG durchgeführt wurden. Die Tour ist auch bekannt als NRW3x3Tour – es spielen zwei Teams mit je drei Personen auf einen Korb, was das Spiel sehr schnell macht.
Aktuell ist Patrick Grabow Abteilungsleiter beim RTV. Seine Vorgänger im letzten Vierteljahrhundert waren Tim Drüen (2001), Ralph Bongartz (2002 bis 2004), Bernard Gaschin (2005 bis 2007), Dieter Steffes-Tun (2008 bis 2010), Christian Albrecht (2011), David Gerigk (2012 bis 2013), Ralph Bongartz (2014 bis 2020) und Patrick Grabow (2021 bis heute).
Fußball (seit 1976)
Die Gründung der Fußballabteilung erfolgte 1976 – quasi über Nacht: Eine komplette Seniorenmannschaft wechselte im Mai vom FC Rumeln-Kaldenhausen (zwischenzeitlich FCR Duisburg) zum RTV. Initiatoren der Neugründung waren Ursula und Hans Hendricks sowie Martin Schulz.
Doch eigentlich reichen die Wurzeln des RTV-Fußballs bis in die späten 1940er zurück. In Zeiten des wirtschaftlichen Aufschwungs – besonders im Bergbau – zog es viele Arbeiter nach Rumeln. Lehrer Peter Dimmers belegte, dass sich die Zahl der Bergleute zwischen 1945 (219) und 1950 (890) mehr als vervierfacht hatte.
Als aus diesen Reihen der Wunsch laut wurde, Fußball ins Vereinsprogramm aufzunehmen, wurde dem nicht nur aus sportlichen, sondern auch aus sozialen Gründen entsprochen. Für viele „neue Rumelner“ wurde der Fußball zum Bindeglied – und schon 1950 war klar: Die Kicker sind aus dem Verein nicht mehr wegzudenken.
Kehren wir zurück ins Jahr 1976: Martin Schulz übernahm den Seniorenbereich, Hans Hendricks baute parallel eine Jugendabteilung auf. Da die Seniorenmannschaft aufgrund des Vereinswechsels zunächst gesperrt war, wurden im ersten Jahr nur Freundschaftsspiele ausgetragen.
1977/78: Der reguläre Spielbetrieb begann. Schon in der ersten Saison stellte der RTV eine 1. und 2. Mannschaft sowie drei Jugendteams (D-, B- und A-Jugend). Trainer der Ersten war Werner Dulata.
1978/79: Bereits in der zweiten Saison wurde der Aufstieg in die Kreisliga B gefeiert. Es folgten mehrere Jahre mit wechselndem Erfolg. 1986/87 führte Trainer Ferdinande Cinque die Mannschaft in die Kreisliga A, ein Jahr später folgte der Sprung in die Bezirksliga.
Dort hielt sich der RTV leider nur eine Saison, danach ging es zurück in die Kreisliga A – mit Höhen und Tiefen. Zur Jahrtausendwende wehte mit Trainer Jürgen Seemann frischer Wind, auch wenn es sportlich in die Kreisliga B ging.
2000/2001: Drei Senioren- und eine Altherrenmannschaft traten an, im Jugendbereich waren sieben Teams im Spielbetrieb aktiv. Die Fußballabteilung zählte rund 300 Mitglieder – mit dem klaren Ziel, weitere Jugendteams aufzustellen. Natürlich waren – und sind – freiwillige Helfer jederzeit willkommen.
Dank an die Wegbereiter:
Der Abteilungsvorstand 2000 dankte allen, die sich über Jahre hinweg engagiert haben – besonders Klaus Volkmann, Karl Lenhard, Werner Vogt, Leo Fürtjes sowie Ursula und Hans Hendricks.
Im Jubiläumsjahr 2001 unterstrichen Robert Romeyke (Vorsitzender), Holger Schmidt (Obmann), Martin Seidelt (Geschäftsführer) und Achim Tersteegen (Kassenwart) den Dank an Arnold Pfannkuche und Peter Geiger, die von 1980 bis 2000 maßgeblich die Geschicke lenkten. In ihre Ära fielen unter anderem der Aufstieg in die Bezirksliga und elf aktive Jugendmannschaften – prägende Kapitel der RTV-Fußballgeschichte.
Und das gilt zu allen Zeiten: Jugendmannschaften sind die Zukunft! Umso schöner ist es zu sehen, dass bei den Jüngsten wieder doppelgleisig gefahren wird – und dass der B-Platz aktuell auf Vordermann gebracht wird!
Der Vorstand der Jugendabteilung im Jahr 2001 setzt sich zusammen aus: Geschäftsführer Dirk Franken, Obmann Frank Schungen, stellvertretender Obmann und Sponsorenbetreuer Christian Fieberg, Kassierer Martin Seidelt und Pressewart Manfred Dudel – letzterer ist übrigens auch für den Seniorenbereich verantwortlich.
Das Grußwort des RTV-Vorsitzenden Heiner Schüren-Hinkelmann anlässlich „25 Jahre Fußballabteilung“ lautete:
„Liebe Sportsfreunde!
Im Namen des Rumelner Turnvereins gratuliere ich der Fußballabteilung herzlich zu ihrem 25-jährigen Bestehen.
Zwar wird im Rumelner Turnverein schon länger Fußball gespielt – wie in der Chronik von Ferdi Seidelt nachzulesen ist – doch nach den Anfängen in den 1940er Jahren wurde der Spielbetrieb zwischenzeitlich eingestellt. Erst die Neugründung im Jahr 1976 sorgte dafür, dass heute wieder regelmäßig um Meisterschaften und Pokale gekämpft wird.
Nachdem mit Arnold Pfannkuche und Peter Geiger zwei verdiente Fußballfunktionäre in den Ruhestand getreten sind, haben Robert Romeyke und sein Team die Leitung übernommen – inklusive dieser Jubiläumsfeier. Dafür und für alle künftigen Vorhaben wünsche ich ihnen viel Glück und Erfolg. Denn ohne tatkräftige Unterstützung durch Eltern, Trainer und Helfer ist so etwas kaum zu stemmen.
Ihnen allen gilt mein herzlicher Dank und meine Anerkennung.
In diesem Sinne: eine schöne Jubiläumsfeier und alles Gute für die kommenden Jahre!“
Abteilungsleiter Robert Romeyke fand ebenfalls treffende Worte:
„Liebe Freunde,
wenn wir heute auf 25 Jahre Fußball im Rumelner Turnverein zurückblicken, bleibt gewiss ein Moment Zeit für einen Blick zurück – auch wenn unser Fokus auf der Zukunft liegt.
In diesen Jahren wurde viel geleistet – für den Fußball, aber vor allem für die Menschen. Viele junge und ältere Fußballfreunde haben unzählige Stunden mit Sport und Geselligkeit verbracht.
Dass dies so bleibt – und vielleicht sogar noch wächst –, dafür steht der Vorstand im Jubiläumsjahr.
Klar ist: Ein funktionierendes Vereinsleben fällt nicht vom Himmel. Es braucht etwas, das so alt ist wie die Menschheit – und dennoch immer mal wieder in Vergessenheit gerät: Kommunikation, Kameradschaft und Tatkraft.
In abgewandelter Form gilt also weiterhin: Einer für alle, alle für einen!
In diesem Sinne wünsche ich ein gelungenes Fest!“
Um herauszufinden, wie viele Mannschaften ein Verein zum Pflichtspielbetrieb gemeldet hat, gibt es spannende Portale wie www.fussball.de und www.fupa.net, aber auch die gut gestaltete Homepage eines Vereins oder einer Abteilung. Und um das Ganze zeitlich einzuordnen, ist ein Blick in die Chronik hilfreich. Wie an dieser Stelle ausführlich berichtet, ist das Kicken der Bergleute von einst Geschichte, und die „neue“ Fußballabteilung noch recht jung – geboren 1976, wird sie nächstes Jahr 50 Jahre alt.
Abteilungsleiter waren Arnold „Arno“ Pfannkuche, Robert Romeyke, Magnus Lang, Mike Birnbaum, Christian Fieberg und aktuell Frank Moczala.
Nachdem im letzten Jahrhundert bei den Männern einmal ganz kurz die Bezirksliga-Kugel am Fußball-Firmament geleuchtet hatte, schaffte die 1. Herren den Aufstieg in die Kreisliga A in der Saison 2001/2002 und ist seitdem ständig in der Liga vertreten.
In der Saison 2024/25 hatte der RTV 21 Mannschaften gemeldet, was deutlich macht, dass hier Breitensport pur betrieben wird. Doch wo Breite ist, da gibt es auch Highlights! Da war das Viertelfinale des B-Jugend-Niederrheinpokals 2014, als die Waldborn-Jungs auf die Top-Jugendlichen von Borussia Mönchengladbach trafen. Im gleichen Jahr eröffnete der RTV den Kunstrasenplatz mit einem Spiel gegen die MSV-Traditionsmannschaft. Einige Meisterschaften und Pokale in der Jugend sowie aktuell der Kreispokalsieg der zweiten Alten Herren verdeutlichen die Leidenschaft für König Fußball.
„Bei uns steht das Konzept Advance.Football im Mittelpunkt. Seit 1976 verankert, sind wir eine Fußballfamilie, die Talente fördert und Werte lebt“, sagt Frank Moczala. „Advance.Football“ ist ein Netzwerk, das sich auf die Unterstützung von Fußballvereinen und Trainern konzentriert, insbesondere in den Bereichen Trainergewinnung und -ausbildung. Anders ausgedrückt: Um das hohe Niveau im Verein zu halten, arbeitet der RTV im Verbund.
Die Einführung des Advance.Football-Konzepts markiert in der Tat einen Wendepunkt. Es geht nicht nur darum, Spiele zu gewinnen, sondern eine langfristige Erfolgsgeschichte zu schreiben. Durch die Kombination von technischem Können, taktischer Intelligenz und mentaler Stärke strebt der Verein danach, eine Vorbildrolle einzunehmen und einen nachhaltigen Einfluss auf den Sport auszuüben.
Dieses Konzept verspricht nicht nur eine Steigerung der sportlichen Leistung, sondern auch eine ganzheitliche Entwicklung der Spieler und des Teams. Mit einem starken Fokus auf Individualität, Taktik, Datenanalyse und mentale Stärke könnte dieser Schritt einen Weg bahnen, wie Fußballvereine zukünftig den Sport angehen und weiterentwickeln können.
Boxen (seit 1985):
Das Boxen ist eine der ältesten und populärsten Wettkampfarten des Menschen und wurde schon in der Antike ausgetragen. Auch im Rumelner TV hat das Boxen Einzug gefunden. Abteilungsleitung und Trainer achten konsequent auf Disziplin und Respekt im Sport. Schläger sind nicht willkommen. Dass auch starke Männer ihren Platz im RTV finden, beweist denn dann auch die Boxabteilung zur Genüge.
Begonnen hat alles 1984 mit einer Hobbygruppe. Nach ersten Gesprächen, in denen einige Vorurteile abgebaut wurden, entschloss sich der damalige Vorstand mutig, der Sache eine Chance zu geben – auf Probe. Andere Vereine hatten die Boxer aufgrund diverser Bedenken abgelehnt, doch im RTV war man bereit, neue Wege zu gehen.
Zur Überraschung vieler zeigte sich bald: Die Gruppe bestand aus zivilisierten, umgänglichen Menschen, die intensiv trainierten und ernsthaft bei der Sache waren – und nicht ständig in Streit gerieten. Auch mit den Leichtathleten verstanden sie sich bestens.
1985 wurden die Boxer als eigene Abteilung in den Verein aufgenommen. Die Gruppe bestand überwiegend aus Hobbysportlern, von denen viele schon zu alt für Wettkämpfe waren. Doch Trainer Herbert Willems zog mit seinem guten Ruf neue Interessierte an – mehr als manch spezialisierter Boxverein. Bald gab es fünf aktive Kämpfer.
1987 wagte die Abteilung ihr erstes eigenes Turnier – ein Nachwuchsturnier im Schul- und Kulturzentrum Rumeln-Kaldenhausen. Trotz mäßiger Ankündigung war die Halle voll. Die Stimmung: sportlich, sachkundig, begeistert – auch die Offiziellen des Boxverbands waren beeindruckt. Und auch finanziell war die Veranstaltung ein Erfolg.
Namen wie Frieder Sperlich, Peter Schulz, Holger Bungenberg, Mike Stickelbruck und Udo Bodden standen für erfolgreiche Kämpfe und wurden in der Presse positiv hervorgehoben. Bei der Bezirksmeisterschaft 1989 wurde Frieder Sperlich Vizemeister im Halbschwergewicht. Auf den Niederrheinmeisterschaften 1990 errang Holger Kapeluch im Mittelgewicht Platz 2 und Jürgen Schenten im Halbschwergewicht Platz 1 – nach technischer Überlegenheit in allen Kämpfen.
Mit der Zeit wurde es jedoch ruhiger. Die aktiven Boxer wurden weniger – aus unterschiedlichen Gründen. Auch wenn die Leistungen weiterhin überzeugten, hörten viele nach einiger Zeit auf.
Trainer Herbert Willems gab sein Amt auf; seit 1996 leitete Heinz Graf das Training. Ob sich neue Talente entwickeln? Das wird die Zukunft zeigen. Das Training ist jedenfalls weiterhin gut besucht – und jeder Interessierte ist herzlich eingeladen mitzumachen oder einfach mal vorbeizuschauen!
Blicken wir in die jüngere Vergangenheit! 1. Vorsitzender war bis 2018 der verdienstvolle Heinz Graf, Christian Fonck-Ueltgesforth folgte ihm von 2018 bis 2021, dann wählte die Abteilungsversammlung André Schmitz für 2021 bis 2023 ins Amt, das 2023 an Michael Panek ging – 2025 wurde er als Box-Chef bestätigt.
Die 2025 rund 100 Mitglieder zählende Abteilung blickt auch im letzten Vierteljahrhundert auf sehenswerte Erfolge. Ein Knüller war 2005 der Siegeszug von Marc Laumen (Mittelgewicht). Nach seiner Meisterschaft im Bezirk Nordrhein langte es bei ihm auf Niederrhein-Ebene zum Vize-Champion, danach krönte sich der Boxer noch zum Stadtmeister Duisburg und Internationalen Duisburger Cup-Meister. Der Rumelner Turnverein stand dann mit Marc Laumen auch 2007 (Vizemeister Bezirk, Niederrheinmeister) und 2008 (Vizemeister Bezirk) im Mittelpunkt.
Die Titel-Pause dauerte bis 2024, als Brian Breitkopf stolzer Duisburger Stadtmeister im Weltergewicht wurde. Der Faustkampf-Fan kann sicher sein, dass aus dem Hause RTV-Boxen weitere spektakuläre Kämpfe gemeldet werden!
Kampfkunst (seit 2013):
Beim Sportfest „110 Jahre RTV“ staunten die Gäste nicht schlecht, als die Boxabteilung mit einigen Mitgliedern im Dobok-Look erschien. Der Dobok ist die Sportkleidung beim Taekwondo, eine koreanische Kampfkunst, die sich auf schnelle, hohe Tritte und Schlagtechniken konzentriert. Wie kam es dazu?
Die 2013 offiziell gegründete Kampfkunstabteilung des Rumelner Turnvereins bietet die vier Sportarten Taekwondo, Aikido, Wing Chun und Selbstverteidigung an. Ihre Anfänge hatte sie 2009 in der Boxabteilung als angegliederte Gruppe, die sich vollständig auf Taekwondo konzentrierte. Aufgrund des großen Interesses an fernöstlichen Kampfkünsten und Selbstverteidigung wuchs die Kampfkunstabteilung immer mehr und wurde schließlich selbstständig. Heute bietet die Abteilung ein umfassendes Programm für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, das sowohl traditionelle als auch moderne Aspekte der Kampfkunst vereint.
Die Kampfkunstabteilung trainiert in der Gymnastikhalle und im Keller des RTV-Vereinsheims, wo regelmäßig Übungseinheiten stattfinden. Die Trainingszeiten sind flexibel gestaltet, um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Mitglieder gerecht zu werden, und umfassen sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene. Die Abteilung legt großen Wert auf eine motivierende Trainingsatmosphäre, in der Technik, Fitness und Gemeinschaft im Vordergrund stehen. Dankbar sieht die Abteilungsleitung, dass junge Sportler der Kampfkunst lange Zeit treu bleiben und auch zu Trainern ausgebildet werden.
Die Kampfkunstabteilung des RTV bietet vier Hauptbereiche (Disziplinen) an:
Taekwondo: Diese koreanische Kampfkunst ist ein zentraler Bestandteil des Angebots. Taekwondo beim RTV umfasst Techniktraining, Formenlauf (Poomsae) und Selbstverteidigung. Die Abteilung organisiert regelmäßig Gürtelprüfungen, bei denen Sportlerinnen und Sportler ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen. Viele Kup-Prüfungen fanden unter der Leitung der erfahrenen Prüferin Kerstin Hamacher (8. Dan) statt, bei denen stets hervorragende Leistungen erzielt wurden. Ein kleiner Rückblick ins erste offizielle Jahr: Am 26. Mai 2013 wurde als erstes Highlight in der Sporthalle des AEG ein Breitensportlehrgang der Nordrhein-Westfälischen Taekwondo Union mit über 150 Sportlern aus dem ganzen Bundesland durchgeführt.
Am Rande: In den Sommerferien 2025 wurde ein spezielles Training für Kinder angeboten, bei dem die beiden Kindergruppen zu einer gemeinsamen „Taekwondo Ferien Kids“-Gruppe zusammengefasst wurden. Klar, die Kleinen von heute sind die Großen von morgen!
Aikido: Die japanische Kampfkunst Aikido, die auf harmonischen Bewegungen und der Nutzung der Energie des Gegners basiert, wird seit 2016 unter der Leitung von Martina Rüter angeboten. Zunächst gab es eine Trainingsgruppe für Jugendliche, die bereits 2017 um eine Erwachsenengruppe erweitert werden konnte. Im Laufe des Jahres gibt es mittlerweile zahlreiche Möglichkeiten, an Lehrgängen im In- und Ausland teilzunehmen sowie eigene Lehrgänge zu besuchen. Ein Höhepunkt war das Regionaltraining am 2. November 2024 mit Michael Wefers (5. Dan Tendoryu Aikido), bei dem grundlegende Prinzipien wie Ikkyo, Nikyo, Sankyo und Yonko vermittelt wurden. Teilnehmer aus verschiedenen Altersgruppen und Erfahrungsstufen kamen zusammen, um Techniken und die Philosophie des Aikido zu vertiefen.
Wing Chun: Diese chinesische Kampfkunst, die auf schnelle und direkte Techniken spezialisiert ist, ergänzt das Angebot seit 2018 und spricht insbesondere diejenigen an, die an effizienter Selbstverteidigung interessiert sind. Nico Ratti und Bernd Siebert trainieren die Sportler.
4. Selbstverteidigung: Kurse zur Selbstverteidigung richten sich an alle, die praktische Techniken für den Alltag erlernen möchten. Dazu wird das intensive Training „Rock and Strike“ angeboten. Ein Lehrgang am 13. April 2024 in Neuss zum Thema „Selbstverteidigung gegen Angreifer mit Messer und Stock“ unter der Leitung von Maik Werner war ein großer Erfolg und bot den Teilnehmern wertvolle neue Fähigkeiten.
Im Jubiläumsjahr wird die Abteilung geführt von Frank Beckers, stellvertretende Abteilungsleiterin ist Martina Rüter, Kassenwart Bernd Siebert, stellvertretende Kassenwartin Sandra Beckers, 1. Sportwartin Esther Lahme und 2. Sportwart Daniel Götz.
Handicap-Sport (seit 2017):
Seit 2017 hat der RTV auch Handicap-Sport im Programm, seit 2024 als selbstständige Abteilung. Leiter ist Stephan Ketels, der bereits seit den Anfängen des Projekts eine maßgebliche Rolle spielt. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden Paolo Sabella legte Ketels den Grundstein für das Engagement des Vereins im Handicap-Sport. Denn auch Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit geistiger und/oder körperlicher Einschränkung sollen sich beim RTV zuhause fühlen und am Vereinsleben teilnehmen. Mittlerweile kann die Abteilung im Kinder- und Jugendbereich drei Fußballteams und zwei Turngruppen vorweisen. Altersbeschränkungen gibt es keine, jeder ist herzlich willkommen.
Gründer und Abteilungsleiter Ketels betont: „Wir freuen uns über Zuwachs – ob im Fußball, beim Turnen oder im Trainerteam!“ In der Abteilung von Rang sind Kassiererin Sinje Rauer sowie die Trainer Aida Seferovic, Sezgin Askin – und Stephan Ketels. Wichtig für die Macher ist, dass die Kinder in Sport und Selbstständigkeit gefördert werden, dass Selbstvertrauen und Teamgeist entstehen. Wenn Ketels als schönstes Erlebnis die Mannschaftsfahrt nach Hinsbeck nennt, sagt das alles!
Nehmen wir einmal drei Aktivitäten aus dem noch jungen Abteilungsleben – die alles erklären!
Beispiel Teilhabe am öffentlichen Leben, der Dreh mit dem WDR: Bei der Aktion „Die Lokalzeit packt mit an“ vom WDR haben die Handicap-Kids die meisten Stimmen sammeln können und somit eine Sendezeit beim WDR bekommen. Bei den fünfstündigen Dreharbeiten waren alle aufgeregt und voller Vorfreude. Klar, dass der Sendebeitrag mit Spannung herbeigesehnt und dann auch mit leuchtenden Augen geschaut wurde.
Beispiel Selbstvertrauen und Teamgeist, die Aktion mit Magnus! Manchmal braucht es nur eine Idee – und den Mut, sie umzusetzen. Magnus, 9 Jahre alt und mit vollem Herzen Teil der Handicap-Sportgruppe beim Rumelner TV, hatte eine Idee: Er wollte etwas Gutes für seine Mannschaft tun. Nachdem er bereits im privaten Umfeld Spenden gesammelt hatte, kam ihm der Gedanke, Kuchen und Plätzchen zu backen und gegen eine Spende anzubieten. Seine Familie war sofort begeistert, das Ganze entwickelte sich zu einem Frühlingsfest. Bei bestem Wetter bauten Magnus, seine Schwester, Mama, Papa, Oma und Opa einen liebevoll gestalteten Stand auf. Unterstützung bekam er auch von Ivan, einem Freund aus dem Handicap-Team. Seite an Seite verkauften die beiden mit Begeisterung jedes einzelne Gebäckstück – und das mit großem Erfolg: 502,84 € wanderten in die Mannschaftskasse.
Kommen wir noch einmal auf die Mannschaftsfahrt nach Hinsbeck zu sprechen: Beispiel Förderung in Sport und Selbstständigkeit, der Bericht: „Endlich war es so weit, dank einer Spende einer Wohnbau-Stiftung konnte unsere Handicap Abteilung auf Reisen gehen. Das Ferien- und Sportdorf Hinsbeck war das Ziel. Dort erlebten die Kids ein unvergessliches Wochenende mit viel Bewegung. Neben dem Auspowern in der Indoor-Erlebnishalle, dem Fußballspielen in der großen Turnhalle und einer kleinen Wanderung, konnte das Miteinander im Team und unter den Eltern weiter ausgebaut werden. Höhepunkt war das Spiel gegen die Eltern, welches die Kids mit 10:8 gewannen und nach dem Schlusspfiff ausgiebig feierten. Ein großartiges Wochenende, von dem alle lange zehren werden.“
Dart (seit 2019):
Wenn die Rede auf den verrückten Schotten Peter Wright („Snakebite“), den genialen Engländer Phil Taylor („The Power“) oder die begnadeten Holländer Raymond van Barneveld („Barney“) und Michael van Gerven („Mighty Mike“) kommt, dann weiß der Insider, jetzt ist Double-In-Zeit, die 501 ist der Heilige Berg. Klar, es dreht sich hier um Dart, ein Geschicklichkeitsspiel, eine Wurfsportart, mithin ein Präzisionssport. Hier wird mit Pfeilen auf eine Scheibe geworfen, exakt die Null ist das Ziel – wer es mit neun Würfen schafft, ist Weltklasse!
Die Dartabteilung („RTV-Dart“) wurde erst 2019 „amtlich“, davor eiferten die Pfeile-Werfer ihren Helden 20 Jahre lang als „Dartfreunde Rumeln“ nach. Neben dem Ligabetrieb gibt es Eventtrainings und eine vereinsinterne Monatsliga.
Chef im Ring von Anfang an war und ist Abteilungsleiter Volker Fassbender. Die plus/minus 75 Mitglieder können bereits auf schöne Erfolge verweisen: 2023/24 gelang der 3. Mannschaft der Aufstieg aus der Kreisliga in die Bezirksklasse, Das absolute Highlight war 2024/25 der Aufstieg der 1. Mannschaft in die Bezirksliga. Und wenn diese Saison schon einmal spannend war, krönte dies die 2. Mannschaft wie folgt: Finaler Kampftag. Alle Spiele sind gespielt. Letzte Chance – der allerletzte Pfeil verhindert den Abstieg aus der Bezirksklasse. Grenzenloser Jubel. Wenn das mal nicht Dart-Power ist!
Hauptverein RTV:
Nach all den vielen Abteilungsdetails sei noch ein knackiger Blick auf den Hauptverein erlaubt. Im Jubiläumsjahr „125“ besteht der geschäftsführende RTV-Vorstand aus Paolo Sabella (Vorsitzender), Holger Schmidt (2. Vorsitzender), Andrea König (1. Kassenwartin) und Seher Duemont (1. Geschäftsführerin). Der geschäftsführende Vorstand koordiniert die strategische Ausrichtung des Vereins, verwaltet die finanziellen Ressourcen und ist verantwortlich für die organisatorischen Abläufe, um den Sportbetrieb reibungslos zu gewährleisten. Er wird wirkungsvoll unterstützt von den guten Seelen der Geschäftsstelle, Nicole Albrecht und Nicole Costanza.
Um die Verbindung zum 100-jährigen Bestehen herzustellen, hier die entsprechenden Personendaten: Im Jubiläumsjahr 2000 standen dem Verein vor: Heiner Schüren-Hinkelmann (Vorsitzender), Hans Küppers (2. Vorsitzender), Gerlinde Reiß (1. Kassenwartin) und Günther Claasen (1. Geschäftsführer).
Der mehr als verdienstvolle Heiner Schüren-Hinkelmann hatte den Chefposten bis 2015 inne und leitete den RTV also ein rundes Vierteljahrhundert. Ihm folgte Paolo Sabella, der über acht ereignisreiche Jahre bis 2023 an der Spitze stand. In den Jahren 2023/2024 übernahm Holger Schmidt (bestens bekannt als unermüdlicher Langzeitförderer, insbesondere der Fußballabteilung) die Führung. 2024/2025 war mit Andrea König die erste Frau überhaupt an der Spitze des Großvereins, die sich seit vielen Jahren als fleißige und bescheidene Sportskameradin einen Namen gemacht hat. Jetzt, im Jubiläumsjahr, ist es wieder Paolo Sabella, der die Zügel in der Hand hält.
In den letzten 25 Jahren gab es einige große Herausforderungen – und eine Situation, in der der Verein den Atem anhalten musste: die COVID-19-Pandemie! Diese breitete sich ab Ende 2019 weltweit aus und führte zu erheblichen Einschränkungen im öffentlichen Leben. Auch der Rumelner Turnverein wurde stark getroffen. Plötzlich musste er knapp 3000 Mitglieder nach einem Regelwerk betreuen, das es zuvor noch nie gegeben hatte. Die A-H-A-Regel (Abstand halten, Hygiene beachten und Alltagsmasken tragen) wurde genauso bekannt wie die Abseitsregel im Fußball. Was das für das Miteinander und den Sport insgesamt bedeutete, wirkt heute wie ein böser Traum. Paolo Sabella: „Ich darf an dieser Stelle allen Mitgliedern danken, die dem Verein in dieser schweren Zeit die Treue gehalten haben und solidarisch alle Vorgaben befolgten. Das war ganz großer Sport!“
Natürlich gab und gibt es auch schöne Momente zu berichten. Zu der Stammplatzanlage mit Rasenspielfeld und Leichtathletikgelände sowie dem Rasen-B-Platz vis-à-vis der ehemaligen Ziethen-Reithalle gesellte sich ein großes Kleinspielfeld mit Kunstrasen und Flutlicht. Er wurde mit viel Jubel am 3. Oktober 2013 beim Familienfest eingeweiht.
Erwähnt werden muss auch die Unterstützung des Hauptvereins für die neue Beachvolleyball-Anlage, wobei das Engagement am Schul- und Kulturzentrum Rumeln-Kaldenhausen dem jüngsten Vierteljahrhundert die Krone aufsetzte.
Ende 2010 legten Thomas Michels, der als „AEG-Beauftragter vom Hauptverein“ fungierte, und Geschäftsführer Jörg Franken ein atemberaubendes Konzept vor. Da der RTV lediglich Naturrasen für Frühling und Sommer zur Verfügung hatte, gleichzeitig aber dem Zulauf an fußballinteressierten Mitgliedern kaum noch Herr wurde, wich er für Herbst und Winter auf den maroden Aschenplatz hinter der AEG-Sporthalle aus. Nicht nur der Chronist hat es mit eigenen Augen gesehen: Dieser Sportplatz war das mit Abstand schlechteste Spielfeld im gesamten Fußballkreis. Dank des jahrelangen Wegschauens durch das kommunale IMD brachten selbst kleine Regenfälle den Trainings- und Spielbetrieb in Gefahr.
Die ganz neue, ja geradezu freche Idee: Während „normalerweise“ Sportvereine in Schulsporthallen und auf Schulsportplätzen als Mitnutzer geduldet werden, wird der Sportverein, also der RTV, zum Chef im Ring! Er baut den Platz aufwändig um und lässt insbesondere vormittags den Schulsport zu. Gesagt, getan – die Win-Win-Situation wurde ausgiebig mit der Stadt, der Schule und dem Verein diskutiert und für gut befunden. So entstand für rund eine halbe Million Euro ein Kunstrasenplatz, vor Kopf ein Kunstrasen-Kleinfeld, eine angemessene Einfriedung durch Zäune – und alles, was sonst noch zur neuen „Außenstelle“ des RTV gehört.
Ein mehr als nur großes Projekt war in diesen Jahren auch der Brandschutz. Mit der Flughafenkatastrophe in Düsseldorf und später der tragisch verlaufenden Love Parade in Duisburg wurden die Brandschutzvorschriften und Sicherheitskonzepte in Nordrhein-Westfalen deutlich verschärft. Im Visier des RTV stand zuerst einmal der Gymnastik-Keller, hinzu kamen weitere Bereiche im Vereinsheim, die – zum noch besseren Schutz der Nutzer – aufwändig den Vorgaben angepasst werden mussten. Und wenn der Verein schon einmal zugange war, wurde aus dem damals beantragten „Getränkeabstellraum“ eine ordnungsgemäß genehmigte Gaststätte.
Bleibt zu berichten von einer ganz besonderen Gastfreundschaft: Der neu formierte Frauenfußball-Verein FCR 2001 Duisburg wurde, da auf Platzsuche, sportkameradschaftlich aufgenommen und erlebte als Gast des RTV zwei dritte Plätze in der Frauenfußball-Bundesliga – dann ging es ins neue PCC-Stadion in Homberg an der Rheindeichstraße.
Eine kleine Anekdote am Rande: Im Rahmen der Saisonvorbereitung hatten die Löwinnen die Nationalmannschaft von Nordkorea zu Gast. Nach dem Hissen der Fahne, der Nationalhymne und einer Macht-Demonstration (die Asiatinnen siegten verdient 3:0) ging es zur von Koch Robert Romeyke (wir erinnern uns an ihn aus dem Beitrag über die Fußballabteilung) zubereiteten Reispfanne. Keine Spielerin wollte davon naschen; sie stürzten sich lieber auf die dekadenten US-Pommes frites, sehr zum Missfallen der uniformierten Begleitdelegation.
Wir möchten unsere Chronik final mit einer fantastischen Aktion schmücken, die das Herz berührt: Zusammen mit der Familie Ganouni hat der RTV in den Jahren 2024 und 2025 zwei Benefizmärkte zugunsten der Krebshilfe „Kolibi“ ausgerichtet. Im Mittelpunkt dieser zu Herzen gehenden Initiative steht der heute 14-jährige Noah Ganouni, der selbst eine schwere Krankheit durchlebt hat. In dieser herausfordernden Zeit hat der Kolibri-Verein ihn und seine Familie stark unterstützt.
Dank der großzügigen Spenden von Gärtnereien konnten an der RTV-Platzanlage zigtausende wunderschöne Stauden zu einem kleinen Preis verkauft werden, und der gesamte Erlös wurde der guten Sache gespendet. Im Jahr 2024 konnten bereits beeindruckende 20.000 Euro für die Krebshilfe gesammelt werden. RTV-Vorsitzender Paolo Sabella: „In diesem Jahr haben wir gemeinsam das Unmögliche möglich gemacht und unglaubliche 50.000 Euro erreicht! Diese Aktion zeigt nicht nur die Kraft der Gemeinschaft, sondern auch, wie viel Hoffnung und Licht wir in die Welt bringen können, wenn wir zusammenstehen. Der RTV und die Familie Ganouni danken allen, die zu diesem wunderbaren Erfolg beigetragen haben!“
Schlusswort:
Bewusst beende ich die Chronik „125 Jahre“ mit einer satirischen Einlage (Nordkorea) und einer emotionalen Berichterstattung (Krebshilfe), da ich nun zu einem wichtigen Punkt kommen möchte: dem erneuten Versuch, dem Phänomen „Rumelner Turnverein“ zumindest ansatzweise gerecht zu werden. Gewiss mögen mir die Sportfreunde verzeihen, wenn ich Schwerpunkte anders gesetzt habe, als sie es vielleicht getan hätten – oder wenn einige Einsätze nur am Rande erwähnt oder gar übersehen wurden. Es ist und bleibt eine Herkulesaufgabe.
Doch in der digitalen Welt von heute haben wir das Glück, dass uns neue Möglichkeiten zur Verfügung stehen: Wo einst noch hand- oder maschinenschriftlich gearbeitet wurde, stehen uns heute Computer bereit. Meine Arbeit habe ich dem Verein als Word-Dokument übergeben – mit der einmaligen Chance, per Mausklick zu verändern und zu ergänzen! Ich bin zuversichtlich, dass die Freundinnen und Freunde des RTV Lust daran haben werden, diesen Text in den kommenden Jahren weiterzuführen. Denn die Chronik bewahrt die Geschichte des Vereins auf – für immer.
Lasst uns gemeinsam in die Zukunft blicken und das Vereinsleben mit Spaß und Begeisterung weiter gestalten!
Ferdi Seidelt
September 2025